Webdesign: Interview mit Anja Heppekausen
Anja Heppekausen ist Leiterin der Kreationsabteilung bei kernpunkt. Sie koordiniert sämtliche Gestaltungsprozesse, die in den Online-Projekten der Internetagentur anfallen. In unserem Interview erklärt sie, was ein Moodboard ist, warum ihr "weiße Blätter" keine Angst machen und warum ein schönes Design nicht alles ist.
Anja, wie fängst Du an, wenn ein Kunde ein neues Design für seine Internetseite braucht? Keine Angst vor dem "weißen Blatt"?
Bevor es an das Design einer Webseite geht, entsteht in unserer Beratungsabteilung ein Konzept. Hier wird unter anderem eine intelligente Navigationsstruktur erstellt und die Zielgruppe ermittelt. Mit Hilfe der Ergebnisse aus der Konzeptionsphase werden in der Kreation zunächst Scribbles und ein Moodboard erstellt. So gibt es auch keine Angst vor dem „weißen Blatt“, denn die Gestaltung ist auch immer ein Prozess. Erst dann entsteht, in enger Absprache mit der Konzeptionsabteilung und dem Kunden, das Grundlayout.
Scribbles und Moodboard – was genau ist das?
Scribbles sind grobe Skizzen, die erste Ideen auf Papier festhalten. Sie entstehen meist im Briefing und danach. Danach folgt das Moodboard, das bei der Entstehung einer Webseite meist in Photoshop entsteht. Moodboards sind freie Ideensammlungen, die Bildschnipsel, Farben, Formen und Schriftarten enthalten können. Sie visualisieren die Stimmung der Webseite, das „Look and Feel“.
Wie gehst Du bei der Umsetzung eines Corporate Designs im Web vor?
Im Grundlayout werden die einzelnen Text-, Grafik-, und Navigationsbereiche festgelegt. In dieser Phase entsteht, gemäß der Corporate Identity des Kunden, durch Farbgebung und den Einsatz von Designelementen ein ausdrucksvolles und individuelles Layout. Entspricht das Grundlayout den Kundenwünschen, wird anschließend das Feinlayout erstellt. Hier werden alle Elemente der Webseite definiert und ausgearbeitet.
Wie sehr wird der Kunde im Projektablauf in Deine Arbeit eingebunden?
Wir präsentieren keine fertigen Layouts, sondern binden den Kunden während des gesamten Gestaltungsprozesses mit ein. In der Konzeptions- und Kreationsphase verwenden wir gerne „Protoshare“. Dieses Tool erleichtert die Kommunikation bei Kundenwünschen und Änderungsvorschlägen. Natürlich lassen wir unsere Erfahrung bei der Gestaltung mit einfließen.
Woher nimmst Du Ideen und Anregungen für Deine Arbeit?
Im Internet bin ich auch ein User, achte als Webdesigner aber bestimmt noch mehr auf Nutzerfreundlichkeit und Design. Wenn ich im Internet surfe und mir Webseiten anschaue, inspiriert mich das. Das kann meine Arbeit positiv beeinflussen. Um kreativ zu bleiben hole ich mir aber auch gerne andere Eindrücke, zum Beispiel wenn ich eine Kunst-Ausstellung besuche, fotografiere oder male. Das macht den Kopf frei.
Was ist gutes Webdesign für Dich, und warum ist es so wichtig?
Gutes Webdesign heißt für mich nicht nur „schön“ – eine ansprechende Optik ist wichtig, aber nicht alles. Elementar ist, dass ich mich wohlfühle und intuitiv zurecht finde. Deswegen ist Webdesign so wichtig: Es führt den User. Das Ziel sollte immer ein einheitlicher Webauftritt sein, der nutzerfreundlich und übersichtlich ist. Richtig eingesetzte Schriften und kleine Details runden für mich den perfekten Webauftritt ab.