Jakob Nielsen: Mobile Inhalte müssen weiter reduziert werden
Zuletzt hat sich der Webdesign-Experte Jakob Nielsen in seiner Studie mit der Benutzerfreundlichkeit im mobilen Web beschäftigt. Nun veröffentlichte er Ergebnisse einer weiteren Untersuchung zum Thema. Das Ergebnis: Wenn Nutzer mobile Inhalte konsumieren, ergibt sich ein vermeintlicher Widerspruch.
Mobile Inhalte: Zeitvertreib oder Zeitverschwendung?
Auf der einen Seite würden mobile Webnutzer mit mobilen Anwendungen und Inhalten vor allem Zeit totschlagen wollen. Ob auf dem Weg zur Arbeit, im Wartezimmer beim Arzt oder zu Hause auf dem Sofa: Für viele Nutzer seien Smartphones und Tablets der optimale Zeitvertreib.
Andererseits würden die Nutzer es aber nicht mögen, wenn mobile Inhalte ihre Zeit verschwenden. Wenn sich Nutzer auf kleinen Bildschirmen durch ellenlange Texte kämpfen müssen, vergehe ihnen der Spaß.
Jakob Nielsen hat sich mit diesen überraschenden Erkenntnissen auseinandergesetzt. Seine Handlungsempfehlung hat er auf einen Merksatz reduziert: „Wenn Sie zweifeln, lassen Sie es weg“.
Mobile Nutzung basiert auf Information Foraging
Nielsens Erklärung für den Widerspruch in der mobilen Webnutzung basiert auf der „Information Foraging“-Theorie. Sie vergleicht Internetnutzer beim Suchen nach Informationen mit Tieren auf Nahrungssuche. Schlussfolge der Theorie ist, dass Nutzer mit möglichst geringem Aufwand einen möglichst hohen Ertrag erreichen möchten.
Um den Aufwand auf dem Weg zum Ziel im mobilen Web möglichst klein halten zu können, ist laut Nielsen eine noch stärkere Fokussierung mobiler Inhalte nötig. Demnach sollten den Nutzern nur die wichtigsten Informationen präsentiert werden, knapp formuliert und auf das Wesentliche reduziert.
Empfehlung: Auf wichtigste Informationen reduzieren
Als Beispiel verwendet Nielsen eine Meldung aus einer App über einen Tornado in den USA. Die Meldung enthält einige Kommentare zum Vorfall von Menschen vor Ort. Diese würden den mobilen Leser aber nicht interessieren: Er möchte nur zentrale Informationen erhalten, beispielsweise in Form von Antworten auf die typischen W-Fragen.
Nielsens Tipp lautet in diesem Fall: Weniger wichtige Informationen wie die Kommentare in diesem Beispiel sollten auf eine zweite Seite verschoben werden. Diese könnte dann vom Nutzer aktiv aufgerufen werden, sofern er detailliertere Informationen wünscht.