Budgets im agilen Kontext

agil budget

Budgets im agilen Kontext

agil budget

kernpunkt lädt zur Diskussionsrunde ein: Wie budgetiert man eigentlich agil? Wir wollen ermitteln, was es für Möglichkeiten gibt, Budgets ernsthaft vorauszusagen. Am 15. Oktober setzen wir uns dazu mit Geschäftsführern, Product Ownern und Scrum Mastern aus verschiedenen Unternehmen und Agenturen zusammen. Denn uns alle begegnet immer wieder die Frage: Was kostet das eigentlich?

Mehr Sicherheit bitte

Was war hilfreich an einem Festpreis-Projekt, also einem Werkvertrag? Kunden hatten scheinbar etwas zum Anfassen: Sie konnten darauf hoffen, am Ende für gesetztes Geld etwas Konkretes zu bekommen. Sie wollten ein festes Budget, mit festem Umfang, festem Zieldatum und dabei ganz viel Flexibilität. Das gab ihnen ein Gefühl von Sicherheit. Doch fest und flexibel zusammen geht eben nicht. Daher war am Ergebnis nichts sicher.

Beste Ergebnisse reichen nicht

Bei agilen Vorgehensweisen und Abrechnung nach Aufwand bekommen Unternehmen für ihr Geld etwas anderes: Viel Flexibilität und damit “das beste Ergebnis”. Doch diese Antwort ist vielen Verantwortlichen nicht genug, zu unkonkret und zu unsicher. Denn schließlich muss Budget für ein Projekt freigegeben werden. Eine solche Antwort ist daher schwer zu verargumentieren, auch wenn sie die richtige ist.

Budget berechnen geht

Es braucht also mehr Messbarkeit. Das ist auch bei einem agilen Vorgehen möglich. Denn es kann berechnet werden, wie viel Budget in etwa für ein Projekt veranschlagt werden muss. Projekt-Teams können sich dafür die Vergangenheit und erledigten Projekte ansehen. So schätzen und berechnen sie, was sie in Zukunft unter sonst gleichen Bedingungen auch wieder schaffen. Diesen Berg Arbeit können sie dann eigentlich in Euros umrechnen. Beim Arbeiten nach SCRUM geschieht das Schätzen zum Beispiel auf Basis von Storypoints. Mit Storypoints müsste ein Projekt-Budget also mathematisch berechnet werden können.

Wenig gute Schätzungen

Was jedoch in der Wirklichkeit geschieht: Schätzen von Aufwand und Komplexität der Aufgaben ist gar nicht mal so einfach. Dazu ist der Umfang eines Projektes mit wechselnden Anforderungen nie gänzlich geklärt. Eine Garantie auf richtiges Schätzen gibt es also nicht – weil man auch in komplexen Projekten nie dasselbe immer wieder macht. Noch dazu ist Statistik mit Wahrscheinlichkeiten, Abweichungen und Varianzen nicht für jeden greifbar und damit schwer verständlich zu machen. Das gilt sowohl für Agenturen gegenüber Kunden, als auch für Kunden selbst gegenüber ihren Vorgesetzten. Daher trauen sich wenige, schon vorher Aussagen über ungefähre Budgets zu treffen.

Verständnis schaffen

Diese Unsicherheit beim Thema Budget muss angegangen werden, auf Dienstleister- wie auch auf Kundenseite. Wie können wir Storypunkte besser und aussagekräftiger machen? Deswegen laden wir bei kernpunkt zur Diskussionsrunde ein. Wir möchten uns damit beschäftigen, wie wir Budgets besser vorhersagen können. Welche Möglichkeiten gibt es, trotz Vorhersage, flexibel genug für Veränderungen zu bleiben? Wie argumentiert man am besten vor Kunden, Chef oder Kollegen? Und letztendlich: Wie erreicht man ein Verständnis für agiles Projektmanagement?