Digitalisierung: Beratung oder Digitalagentur – was passt für mich?

7. August 2018
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Im Zuge der Digitalisierung sind Unternehmen auf beratende Unterstützungsleistungen angewiesen. Sie stehen dabei oftmals vor der Fragestellung, wer sie am besten während dieser Transformation belgeiten kann. Die Wahl kann dabei auf die klassische Unternehmensberatung aber auch auf die pragmatische Digitalagentur fallen. Doch wer eignet sich bei digitalen Fragestellungen eigentlich?

Bevor sich ein Unternehmen für die große Beratungsbude oder doch die kleine Digitalagentur entscheidet, steht ein wichtiger Schritt bevor: Es muss zunächst ein Verständnis für die Herausforderung „Digitale Transformation“ geschaffen werden. Warum wird Digitalisierung wichtig? Ein sehr zentraler Aspekt ist hierbei, dass es der Kunde verlangt. Denn der Kunde möchte Vorteile der Digitalisierung wie Schnelligkeit und simple, intuitive Prozesse spüren. Bei digitaler Transformation ist also das Thema Service-Design und User-Experience mit entscheidend. Im Zuge der Lösungsentwicklung und -umsetzung muss der Nutzer immer im Fokus stehen. Nur Dienstleister, die diese Schnittstelle zum Nutzer definieren können und mit Empathie an Fragestellungen gehen, werden erfolgreich beraten können.

Was bietet eine Beratung?

Große Unternehmensberatungen wie die Boston Consulting Group, EY, McKinsey oder PwC sind stolz auf ihre Traditionen und Strukturen und werben damit, ihre Beratungsdienstleistungen sowie ihre umfangreiche Expertise in allen Branchen und Märkten anbieten zu können. Sobald es um neue Geschäftsmodelle und große Vorhaben geht, werden sie beauftragt. Dabei übernehmen sie oftmals auch das gesamte Projektmanagement von der Planung und Konzeption bis zur Implementierung der ausgearbeiteten Maßnahmen. Bei einer Neuausrichtung der Organisation zur Gewinnsteigerung werden beispielsweise ganze Prozesse in Marketing und Vertrieb modernisiert, Wettbewerbsvorteile kreiert, neue Geschäftsfelder erschlossen und die bestehenden Geschäftsbereiche optimiert.

Solche Großprojekte mit mehr als sechs Monaten Laufzeit verlieren gerade in der heutigen digitalen und unbeständigen Welt an Bedeutung. Im Projekt ändern sich die Anforderungen oder sie werden ganz irrelevant. Durch die sich ständig verändernden Marktsituationen und -bedingungen sowie Kundenanforderungen ist es wichtig, flexibel zu agieren und sich nicht in prozessorientierten Herangehensweisen zu verlieren.

Und was ist mit der Kunden-Empathie und Nutzerzentrierung? Unternehmensberatungen verfolgen High-Level-Beratungsstrategien und legen den Fokus eher auf Prozesse und Geschäftsmodelle innerhalb des Unternehmens. Dem User wird keine so große Beachtung geschenkt. Die traditionellen Beratungen haben es oft versäumt, Kompetenzen im Bereich Service-Design und User-Experience aufzubauen.

Was macht die Digitalagentur interessant?

Und hier kommt die Digitalagentur ins Spiel: Ihr Wettbewerbsvorteil liegt genau in diesem Consumer-Know-How. Mit ihrer eher kundenzentrierten Unternehmensphilosophie folgen sie dem „einfach machen“-Ansatz. Denn sie denken pragmatisch und praxisorientiert und stellen dabei den Kunden und seine Bedürfnisse stets in den Fokus. Besonders durch die immer weiter verbreitete agile Arbeitsweise können Digitalagenturen flexibel bleiben und in Echtzeit reagieren.

Digitalagenturen betrachten einerseits das große Ganze, können sich aber auch an einzelnen innovativen Ideen orientieren. Sie können flexibel zwischen High-Level-Strategien und einer pragmatischen Umsetzungstechnologie variieren, Synergien knüpfen und daraus Mehrwerte generieren. On top agieren sie offensiver und können den menschlichen Faktor schlichtweg besser verkaufen.

Nutzerschnittstelle entscheidet

Erfolgstreiber für Projekte und Unternehmen in der digitalen Transformation sind also die Methodenkompetenzen in den Bereichen User Experience sowie agiler Arbeitsweise verbunden mit einer interdisziplinären Kultur. Zwar können Unternehmensberatungen mit Projekterfahrungen zur Optimierung von Geschäftsmodellen punkten, aber genau den Fokus der User Experience vertiefen die Digitalagenturen. Sie kennen den Nutzer, seine Bedürfnisse und sein Verhalten. Wahrscheinlich rücken sie gerade deshalb auch im Hinblick auf die Digitalisierungsberatung immer stärker in den Fokus.

Autor: Marie Growe

marie growe

Marie Growe ist studierte Ökonomin und Unternehmensberaterin – und ein echter Digital Native. Mit diesem Hintergrund bringt sie Fachwissen und Authentizität in digitale Transformationsprozesse ein. Sie ist Expertin für produktive und kreative Workshops und beschäftigt sich mit den Schwerpunktthemen digitale Strategieentwicklung und digitale Arbeitsprozesse.

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