Wie die Einführung einer Analytics-Kultur Unternehmen rundum besser macht

26. Januar 2018
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Immer mehr Unternehmen wissen: Ohne Data Analytics geht es nicht – zumindest dann nicht, wenn sie in der digitalen Welt auch auf lange Sicht erfolgreich sein wollen. Doch das Einführen eines Analytics-Tools allein reicht meistens nicht: Denn gut gemeint ist noch lange nicht gut gemacht. Die Analyse funktioniert im besten Fall nicht nach dem Top-Down-Prinzip, bei dem an die Business-Anwender nur berichtet wird. Stattdessen sollte Analytics in den Arbeitsalltag aller Mitarbeiter Einzug finden: In den Unternehmen muss eine Analytics-Kultur geschaffen werden.

Auf Daten warten

Viele Mitarbeiter arbeiten regelmäßig mit Reportings auf Basis der eigenen Unternehmensdaten: seien es Geschäftsführer, Controller, Marketingverantwortliche oder Vertriebler. Doch in der Natur eines Reportings findet sich häufig eine knifflige Herausforderung: Die IT oder das Analytics-Team berichtet an die eigentlichen Anwender im Unternehmen, die Informationen aus den Daten ziehen wollen. Selbst mit den Daten zu arbeiten, und sie damit noch tiefer zu hinterfragen oder zu verstehen, ist für sie auf diese Weise nicht möglich.

Im Umgang mit den Berichten stehen die eigentlichen Nutzer nicht selten vor weiteren Schwierigkeiten. Das beginnt oft schon damit, überhaupt an die gewünschten Daten heranzukommen oder weitere Datenquellen anzubinden. So müssen Anwender der IT-Abteilung zunächst einmal kommunizieren, welche Daten sie überhaupt benötigen, in welchem Kontext sie betrachtet und in welcher Form sie aufbereitet werden sollen. Anschließend heißt es dann oft, zu warten. Das frustriert nicht nur, sondern macht die Analyse von zeitlich kritischen und relevanten Daten praktisch unmöglich. Vielleicht haben Nutzer und IT sich dazu auch missverstanden, sodass die Datenbasis gar nicht die richtige ist. Oder möglicherweise reichen die vorliegenden Daten nicht aus, um überhaupt sinnvoll mit ihnen zu arbeiten. Fragen bleiben dann unbeantwortet.

Die richtigen Technologien und passenden Lösungen für Daten und Analytics

Analytics ist nicht nur Werkzeug

Deshalb sollten Unternehmen umdenken. Es ist nicht empfehlenswert, Analytics als Werkzeug zu begreifen, das in die Obhut einer Abteilung gelegt wird und nur dann zur Anwendung kommt, wenn es akut gebraucht wird. Entscheider müssen selbst dazu befähigt werden, mit Daten zu arbeiten: Dafür braucht es einen Self-Service-Ansatz. Daher erfordert ein zeitgemäßer und erfolgsversprechender Umgang mit Daten im Unternehmen die Einführung einer Analytics-Kultur. Das Leitmotiv besteht dabei darin, die beiden wichtigsten Ressourcen des Betriebs effektiv miteinander in Verbindung zu bringen: Die Daten, mit all ihrem Informationsgehalt, sowie Mitarbeiter, mit ihrem Know-How und ihrer Erfahrung. Was bedeutet das konkret?

Eine datengetriebene Arbeitsweise

Analytics muss im Rahmen eines datengetriebenen Ansatzes einen ständigen Platz im Arbeitsalltag aller beteiligten Mitarbeiter einnehmen. Dazu müssen IT und die eigentlichen Anwender eng zusammenarbeiten – nicht in zwei unterschiedlichen Silos. Die IT schafft den Rahmen für Sicherheit, Ordnung und Datenintegrität, und befähigt gleichzeitig die Mitarbeiter im Unternehmen dazu, Analysen selbst in die Wege zu leiten. Eine zentrale Maßnahme in diesem Sinne ist das Ausrollen von Analytics-Tools auf allen unternehmensweiten Rechnern. Ob DataVirtuality für die schnelle Integration von Datenquellen, Tableau für die Visualisierung von Analysen oder R als klassische Programmiersprache für statistische Zwecke: Software-Pakete für die gängigen Arbeitsschritte in der Datenanalyse, sofern im Unternehmen etabliert, sollten so selbstverständlich sein wie der Browser der Wahl oder Outlook als E-Mail-Client. Die IT soll weiterhin ein zentrales Datenmodell vorgeben, und damit für Qualitätssicherung und Funktionalität sorgen. Doch diese „Single Source of Truth“ soll dann für die Anwender zur Verfügung stehen, um auch eigene Daten mit hinzuspielen und das Datenmodell erweitern zu können. Die Verwendung der Daten soll nicht mehr aus der Unternehmensführung heraus vorgegeben werden. Welche Informationen tatsächlich relevant und für die Arbeit am nützlichsten sind, entscheiden die Mitarbeiter selbst.

Jeder ist ein Analyst

Das gemeinsame Ziel ist ein Unternehmen, in dem jeder Daten erkunden und so zu handlungsfähigen Entschlüssen gelangen kann. Die Vorteile sind vielfältig:

Die IT wird als typischer Analytics-„Gatekeeper“ entlastet: Nicht nur die Verantwortung über die Daten, sondern auch die verschiedenen Rollen im Umgang mit ihnen werden auf verschiedenste Köpfe verteilt.
Reportings werden genau dann erstellt, wenn sie benötigt werden. So wird die Zeit effektiver genutzt, um für das Unternehmen relevante Fragen zu beantworten.
Die Anwender können sich ihre individuellen Reportings selbst erarbeiten. Damit erkennen sie die Vorteile von Analytics aus erster Hand und erleben im besten Fall Aha-Momente, die sie effektiv voranbringen.
Mit den richtigen Tools lassen sich zusätzliche Datenquellen schnell und flexibel anbinden und neue Datenbestände erschließen.
Neue Perspektiven: Dank des demokratisierten Datenzugangs kann praktisch jeder Mitarbeiter mit kreativen Erkenntnissen Einfluss auf Projekte und die Unternehmensentwicklung als Ganzes nehmen.