Baukasten für die Digitalisierung

2. September 2016
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Zahlreiche Unternehmen arbeiten derzeit an Strategien und Roadmaps für die Digitalisierung ihrer Geschäftsmodelle und Prozesse: Vom Aufbau neuer Online-Plattformen, über den Relaunch bestehender Online-Angebote bis hin zu E-Commerce- und E-Business-Plattformen reichen hierbei die Initiativen. Und eines eint alle Maßnahmen: Es entstehen webbasierte Lösungen.

Um bei der Umsetzung dieser Initiativen und der Entwicklung entsprechender Online-Plattformen sowie auch beim späteren Betrieb Synergie-Effekte zu erzielen, sollten sich Unternehmen über Frameworks und Baukasten-Systeme Gedanken machen. Auf Basis einer entsprechenden konzeptionellen und technischen Infrastruktur sowie einheitlicher Qualitätsstandards lassen sich Projekte schneller und effizienter umsetzen.

Erfolgreiche digitale Unternehmen wie Rocket Internet machen es vor: Wer die digitale Transformation meistern will, braucht die passenden Werkzeuge. Nur so können neue Konzepte und Geschäftsmodelle mit kurzer Time-to-Market umgesetzt werden.

Wir empfehlen unseren Kunden häufig, die unterschiedlichen geplanten Projekte in einem Zeitfenster von 24 Monaten zu betrachten und daraus abzuleiten, welche Gemeinsamkeiten diese Initiativen haben. Darauf aufbauend lassen sich dann Baukästen für folgende Bereiche entwickeln:

Online Style Guide / Atomic Design Pattern

Grundlage jeder visuellen Ausarbeitung von Online-Angeboten sollte ein Online Style Guide mit Vorlagen (Pattern) sein, die es erlauben, in Photoshop sehr schnell Prototypen und Entwürfe für moderne Benutzeroberflächen zu gestalten.

Hierbei nutzen wir den Atomic Design Ansatz, der es erlaubt, Elemente einfach und universell wiederzuverwenden.

Frontend Framework

Ein Frontend-Framework bildet die Basis für Rapid Prototyping und die Entwicklung einheitlicher, responsiver Benutzeroberflächen. Auf Basis moderner Frontend-Technologien wie Foundation oder Bootstrap lassen sich Baukästen für die Entwicklung von HTML-Vorlagen aufbauen. Diese erlauben dann ein schnelle, qualitätsgesicherte Umsetzung von Web-Seiten, Online-Anwendungen und webbasierten Applikationen.

Formular- und Prozess-Frameworks

Digitalisierung umfasst immer auch die Abbildung von digitalen Prozessen: Von einfachen Eingabemasken bis zu komplexen Buchungsstrecken oder Online-Konfiguratoren reicht hier die Palette, die sich mit einem Formular-Framework auf Basis moderner Usability-Standards umsetzen lässt.

Analytics Framework

Beim laufenden Betrieb der unterschiedlichen Online-Plattformen hilft ein einheitliches Analytics Framework: Dieses definiert die Integration der präferierten Webanalyse-Lösungen und legt übergreifende, vergleichbare KPIs fest. Diese werden dann in einheitlichen Dashboards dargestellt und erlauben es, die Performance der Online-Projekte untereinander zu vergleichen.

Content Hubs / Content as a Service (CaaS) Plattformen

Inhalte sind das Öl für den Motor der Digitalisierung. Doch werden diese häufig an vielen Stellen redundant gepflegt, verwaltet und mit hohen Aufwänden doppelt und dreifach produziert. Ein Content Hub als zentrale Ablage für Produkt- und Marketinginformationen schafft hier Abhilfe. Moderne CMS-Lösungen bieten zudem Content as a Service-Architekturen an, die es erlauben, über Drittsysteme und Online-Anwendungen auf bestehende Inhalte zuzugreifen und diese wiederzuverwenden.

E-Mail-Marketing Framework

E-Mail ist weiterhin Kommunikationskanal Nr. 1 und benötigt damit sowohl passende Vorlagen und Templates als auch eine entsprechende Lösung zum Versand, der Personalisierung und der Automatisierung.

Middleware / Webservice zu Drittsystemen

Eine Abstraktionsebene zum Austausch, der Verarbeitung  und Verknüpfung von Daten bildet eine Middleware als Basis für Online-Anwendungen und Prozesse. Diese ermöglicht über einheitliche Webservices den Zugriff auf Daten, Funktionen und Prozesse und kann über Drittsysteme angesprochen werden.

UX-Analyse Benchmark

Um die weichen Erfolgsfaktoren von Online-Plattformen und Systemen bewerten zu können, bildet ein Benchmark zur UX-Analyse die Basis: Einheitliche Nutzerbefragungen erlauben den Vergleich von Nutzererfahrungen und die Bewertung der Kundenzufriedenheit über verschiedene Plattformen hinweg.

Ein solcher Baukasten muss – ähnlich wie der Werkzeugkasten im privaten Gebrauch – wachsen und es ermöglichen, einzelne Werkzeuge auszutauschen oder zu ergänzen. Doch mit einer Grundausstattung an Werkzeugen lassen sich nicht nur die privaten Heimwerker-Projekte, sondern auch die verschiedenen Initiativen der Digitalisierung besser meistern.

Autor: Matthias Steinforth

Matthias Steinforth ist Geschäftsführer bei kernpunkt. Seit über 15 Jahren beschäftigt er sich mit digitalen Themen und Trends. Herr Steinforth hat zahlreiche nationale und internationale Unternehmen bei digitalen Transformationsprozessen begleitet.