Weg von der Angst, hin zu den Chancen der Digitalisierung

18. August 2016
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Taxiunternehmen bangen um ihre Existenz, Hotels sehen sich massiv bedroht und verlieren Kunden und die Musikindustrie ist inzwischen auch nicht mehr das, was sie mal war.  Apple, airbnb oder Uber sind nun die neuen Platzhirsche in diesen Branchen oder entwickeln sich zumindest in diese Richtung.

Droht dieses Schicksal perspektivisch allen Branchen? Evangelisten, die zukünftig alles digitalisiert sehen, das Ende des physikalischen Produktes prophezeien und die vollständige Übernahme durch die vier großen digitalen Player Google, Amazon, Facebook und Apple (GAFA) sehen, finden sich auf Kongressen, in Newslettern, Tweets, etc.

Aber ist das so? Werden wir alle untergehen und das eigene Geschäftsmodell wird von einem amerikanischen Pure Player oder Startup abgelöst? Keiner kennt die genaue Antwort.

Unabhängig von der eigenen Meinung zu dieser Frage ist es fatal, die Bedrohung als Begründung für die Notwendigkeit einer Digitalisierungsstrategie zu sehen. Wenn die Digitalisierung rein mit der Angst begründet wird, überholt zu werden, ist eine unternehmensweite Motivation für das Thema nur schwer herzustellen. Kreative Energie wird darauf verschwendet, die Frage zu diskutieren, ob das eigene Geschäftsmodell nun bedroht ist, oder nicht. Das Thema mutiert zu einer halbherzigen Defensivstrategie, in der visionäre Veränderungen kaum zu erzielen sind.

Aus meiner Sicht sollte eine Begründung und Treiber für die Digitalisierung immer in den darin liegenden Chancen liegen. Chancen der Digitalisierung können zum einen neue Geschäftsfelder sein, zum anderen auch neu auftretende Lösungen für aktuelle Probleme oder Herausforderungen.

Vielleicht überleben nur diejenigen, die diese Chancen ergreifen, vielleicht auch nicht. Klar ist, dass diejenigen, die Chancen nutzen, erfolgreicher sein werden, als diejenigen, die sie ignorieren.

Statt sich also in Diskussionen über die Notwendigkeit oder die Fähigkeit zum Wandel auf einer abstrakten Ebene zu verstricken, muss die unternehmerische Handlungsweise sein, Chancen der Digitalisierung aufzudecken und anzugehen. Unabhängig davon, ob sonst die Apokalypse droht oder nicht.

Und ja, das ist mit Umstellungen, vorübergehenden Fehlschlägen und viel experimentieren verbunden. Mit diesem umzugehen erfordert Commitment und Struktur. Aber wenn es zu einfach wäre, wäre auch wenig Potential zu erhoffen.

Autor: Jan Eickmann

Jan Eickmann, studierter Wirtschaftsinformatiker, verantwortete bei kernpunkt den erfolgreichen Aufbau der Beratungs- und Kreationsabteilung, deren Leitungsfunktion er über acht Jahre einnahm. Er versteht es, digitale Möglichkeiten unter unternehmerischer Betrachtungsweise zu erkennen und sie Realität werden zu lassen. Seine Schwerpunkte in der Strategieberatung sind die Themenfelder Digitalstrategien und Business Modelle, die Evaluierung und Steuerung von Digitalisierungsinitiativen, Projekt- und Programmmanagement sowie die Begleitung des kulturellen Wandels innerhalb von Kundenorganisationen.

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