CMS-Auswahl: Open Source oder Lizenzlösung?

30. August 2016
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Worauf Sie bei der Auswahl eines Content-Management-Systems achten sollten

Das passende CMS zu finden, ist keine leichte Aufgabe. Bereits die Suche nach einem Überblick erweist sich als sehr schwierig. Die aktuelle Zahl liegt bei über 1.200 Systemen. Nach welchen Kriterien soll man diese vergleichen? Ist ein Lizenzlösung besser oder reicht ein Open-Source-System?

Anforderungskatalog erstellen

Um diese Fragen zu beantworten, muss zunächst ein möglichst genauer Anforderungskatalog erstellt werden. Denn für die spätere Entscheidung gilt es, eine ganze Reihe von Aspekten zu berücksichtigen: Die einfache Bedienbarkeit durch Redakteure, die Mehrsprachigkeit der Benutzeroberfläche bei internationalen Projekten, eine Schnittstellenkompatibilität mit Warenverwaltungs- oder CRM-Systemen im E-Commerce, hohe Leistungsstärke trotz großer Datenmengen und vieles mehr. Je nach Webangebot lässt sich die Liste noch ergänzen.

Der Grund hierfür sind geänderte Nutzungsbedingungen auf Anbieter- und Nutzerseite: Ein einheitlicher Markenauftritt auf allen Kanälen (inklusive Apps und sozialen Netzwerken), bei internationalen Websites auch in mehreren Sprachfassungen, bringt komplexere Redaktionsprozesse mit sich. Und für den Nutzer ist es mittlerweile eine Selbstverständlichkeit, Informationen jederzeit und mit dem Gerät seiner Wahl abzurufen.

Kosten vergleichen

Die Auswahl des Content-Management-Systems stellt eine mittel- bis langfristige Entscheidung dar. Die Kosten weichen je nach Software deutlich voneinander ab. Auf den ersten Blick scheint eine Open-Source-Lösung die günstigere Variante zu sein, denn es fallen keine Lizenzgebühren an. Allerdings muss das CMS installiert und an die Bedürfnisse des Nutzers angepasst werden.

Für ein gekauftes CMS entstehen neben den Lizenzgebühren auch Wartungskosten für den laufenden Support und für Updates durch den Hersteller. Bei der Kalkulation müssen Websitebetreiber also nicht nur die Implementierung, sondern auch den laufenden Betrieb berücksichtigen.

Checkliste für CMS-Kosten

Wie hoch sind die Lizenzkosten?
Wie hoch ist der initiale Implementierungsaufwand?
Wie hoch sind Wartungs- und Supportaufwände?
Wie wartungsintensiv ist das System?
Wie hoch sind mögliche Folgekosten?

Open Source vs. Lizenz-CMS

Bei der Entscheidung für ein Content-Management-System gilt es also, einen exakten Anforderungskatalog zu definieren und die erwartbaren Kosten über mehrere Jahre hinweg zu kalkulieren. Ein genauer Blick auf die Vor- und Nachteile von Open-Source- und Lizenzsoftwares ist bei der Entscheidung hilfreich.

Open Source

Der frei verfügbare Quellcode ist nicht nur kostenlos, das CMS kann auch für weitere Websites genutzt oder an Tochterunternehmen weitergegeben werden. Darüber hinaus können die hauseigene IT oder der Dienstleister das CMS selbst warten und sogar neue Module und Funktionen entwickeln. Bei der Fehlerbehebung helfen im Notfall auch die weltweiten Nutzercommunities. Da diese Systeme nicht an Unternehmen gebunden sind, ist auch die »Lebenserwartung« des CMS nicht durch eine Insolvenz oder einen Entwicklungsstopp des Anbieters gefährdet.

Da Open-Source-Systeme entwicklergetrieben sind, liegt ihr Nachteil häufig in der Bedienbarkeit durch Redakteure. Das Erstellen, Kopieren und Verwalten von Inhalten kann viel aufwändiger sein als bei einer Lizenzsoftware. Die Einsparung bei den Lizenzkosten zahlt sich dann negativ aus, wenn der Arbeitsaufwand und damit unter Umständen auch die Frustration der Redakteure steigen. Deshalb wird Open-Source-Projekten oft zugeschrieben, dass sie zwar effektiv, aber nicht effizient sind.

Vorteile

  • Keine Anschaffungs- und Lizenzkosten
  • Frei verfügbarer Quellcode
  • Kostenlose Weitergabe
  • Weltweite Entwickler- und Nutzercommunities
  • Zukunftssicherheit

Nachteil

  • Oftmals mangelnde Bedienungsfreundlichkeit

Lizenz-CMS

Im Gegensatz zu Open-Source-Lösungen sind lizenzierte Systeme nutzerorientiert, denn sie werden nicht durch Entwickler, sondern durch das Management geprägt. Die Kernkompetenz liegt also nicht nur in der Softwareentwicklung, sondern auch in der Bedienungsfreundlichkeit.

Da Hersteller von kommerziellen CMS über umfangreiche Anwendungserfahrung mit unterschiedlichsten Kunden verfügen, können sie diese professionell unterstützen, wenn es um die Behebung von Fehlern, die Entwicklung neuer Funktionen oder die Einrichtung von Schnittstellen geht. Dafür haben die Nutzer in der Regel einen direkten Ansprechpartner und müssen nicht in Internetforen nach Lösungen suchen.

Ein weiterer Vorteil: Bei Open-Source-Systemen gibt es keinen haftenden Hersteller. Bei einem lizenzierten CMS kann man einen Verantwortlichen ausmachen und je nach Nutzungsbedingungen Gewährleistungen einfordern.

Vorteile

  • Nutzerorientierte Entwicklung
  • Hoher Servicestandard
  • Zentralisiertes Know-how
  • Gewährleistung

Nachteil

  • Kosten für Lizenz und Wartung

Eine allgemeine Aussage, welche der beiden Optionen besser sei, ist also nicht möglich. Die jeweiligen Vorzüge der beiden Systemarten können abhängig vom Webprojekt und seinem Anforderungskatalog auch als Nachteile erscheinen.

Unser kostenloses Whitepaper bietet Ihnen einen Leitfaden für die CMS-Auswahl mit ausführlichen Checklisten:

 

  • Wie definiere ich meinen Anforderungskatalog?
  • Welche Fragen stelle ich den CMS-Anbietern?
  • Was sind die Vor- und Nachteile von Open-Source- und Lizenzlösungen?