Interview zu smarten Unternehmen: „HelloFresh macht’s vor.“

13. November 2015
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Optimal: Herr Steinforth, was zeichnet für Sie ein smartes Unternehmen aus?

Matthias Steinforth: Smarte Unternehmen sind aus meiner Sicht die logische Weiterentwicklung von digitalen Unternehmen. Es sind Organisationen, die Prozesse, Kommunikationswege und ihr Marketing, ihren Vertrieb und ihren Kundenservice digitalisiert haben. Und es sind Unternehmen, die den entsprechenden Rückkanal nutzen, um die Prozesse und Services stetig zu verbessern. Die aus der Interaktion mit dem Kunden lernen. Die Lösungen für die Probleme der Kunden anbieten und nicht nur Produkte an Konsumenten verkaufen.

O: Haben Sie hierfür ein Beispiel?

MS: Ich bin seit gut einem Jahr Kunde bei HelloFresh. Ich bekomme jede Woche mein Problem „Was soll ich heute kochen?“ gelöst. HelloFresh liefert mir eine Kiste mit Lebensmitteln, portioniert auf meinen Bedarf, entsprechende Rezepte, Hinweise zur Lagerung und Zubereitung und einen Rückkanal für Feedback. Es liefert mir keine Produkte, es liefert mir einen Service. Das ist für mich ein smartes Unternehmen.

„Unternehmen müssen die digitalen Kanäle nicht nur als Einbahnstraße begreifen, sondern die Möglichkeiten der geführten Kommunikation nutzen.“

O: Lässt sich dieser Ansatz vom B2C auch in die B2B-Welt übertragen?

MS: Ich denke schon. Unternehmen müssen die digitalen Kanäle nicht nur als Einbahnstraße begreifen, sondern die Möglichkeiten der geführten Kommunikation nutzen. Genauso, wie ein guter Vertriebsmitarbeiter ein Gespräch geschickt führen kann, Zeichen erkennt und auf seine Erfahrung zurückgreift – so sollten auch digitale Systeme funktionieren.

O: Welche Kompetenzen und Köpfe braucht das Marketing in einem smarten Unternehmen?

MS: Im Marketing geht es heute vor allem um Inhalte und Zahlen. Inhalte im Kontext des Content Marketings: Spannende Geschichten, gute Produktinformationen, interessante Berichte, Whitepaper, Studien, aber auch Videos und Bilder. Entsprechende Inhalte müssen produziert und publiziert werden. Und es geht darum, den Markt und seine Trends zu erkennen und zu verstehen. Hierfür müssen Daten analysiert werden. Ein smartes Marketing-Team setzt sich aus Menschen zusammen, die tolle Inhalte produzieren (lassen) können, aus Menschen, die Kennzahlen definieren und auswerten können und aus Menschen, die kreative Ideen und langfristige Strategien entwickeln und umsetzen. Smarte Menschen, mit Leidenschaft für digitale Kommunikation.

„Durch die digitalen Kanäle wird erstmals Marketing wirklich messbar.“

O: Häufig wird das Marketing aber noch als Serviceabteilung des Vertriebs verstanden. Wie kann sich das Marketing neu im Unternehmen positionieren?

MS: Das Marketing ist mehr als die Produktionsabteilung für Broschüren und Flyer. Durch die digitalen Kanäle wird erstmals Marketing wirklich messbar. Diese Chance muss das Marketing ergreifen und nutzen. Es kann Trends frühzeitig erkennen und so die Entwicklung neuer Produkte und Service beeinflussen. Im Marketing werden messbare Voraussetzungen für den Vertrieb geschaffen, es bereitet die Internationalisierung von Unternehmen oder die Expansion in neue Märkte vor. Diese Herausforderungen nehmen smarte Unternehmen an und entwickeln das Marketing zum Motor der digitalen Transformation.

O: Und wie wird ein Unternehmen smart? Nur durch smartes Marketing?

MS: Nein. Ein Unternehmen – und damit meine ich alle leitenden Mitarbeiter, egal welcher Abteilungen – muss sich eines bewusst machen: Alles, was digitalisiert werden kann, wird digitalisiert werden. Vor dieser Veränderung stehen wir. Egal ob im Marketing, im Vertrieb, im Kundenservice oder in der Buchhaltung. Wir müssen akzeptieren, dass das Internet so selbstverständlich ist wie das Telefon als Medium zur Kommunikation, wie Stift und Papier zum Schreiben oder wie Elektrizität, um eine Maschine zu betreiben. Es ist Bestandteil unseres Alltags. Nicht nur nach Feierabend.

Über Matthias Steinforth:

Matthias Steinforth verantwortet als Geschäftsführer der Internetagentur kernpunkt die Bereiche Marketing, Partnerschaften und Kundenbetreuung. Dabei kümmert er sich um die strategische Ausrichtung und Positionierung von kernpunkt, definiert die Corporate Identity und repräsentiert das Unternehmen in allen seinen Facetten im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit. Als Kundenbetreuer ist er zudem zentraler Ansprechpartner für langjährige Bestandskunden und berät diese in der Konzeption und Weiterentwicklung ihrer Online-Strategien.

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