Praxistipp: So setzen Sie Cookies richtig ein

1. Februar 2016
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Cookies sind ein integraler Bestandteil des digitalen Marketings. Doch die Rechtslage ist alles andere als übersichtlich. Wir erklären bewährte Varianten zur Nutzung von Cookies in Ihrem Online-Angebot und zeigen, wie Sie Ihre Datenschutzbestimmungen auf Vordermann bringen.

Was sind Cookies und wozu braucht man sie?

Browser-Cookies – auch einfach Cookies genannt – sind kleine Textdateien, die beim Besuch von Websites im Speicher des Browsers oder Geräts abgelegt und später dort geladen werden. Viele Online-Angebote funktionieren ohne Cookies nicht. Über Cookies können Daten über mehrere Sessions („Sitzungen“) hinweg gespeichert werden. Wenn der Nutzer das nächste Mal die Website besucht, muss er sich beispielsweise nicht erneut einloggen. Auch bleiben Merklisten und in den Warenkorb gelegte Produkte erhalten. Cookies dienen auch zur quantitativen Messung von Nutzerdaten, um dadurch Rückschlüsse auf das Nutzerverhalten sowie die Interessen der Nutzer ziehen zu können (Tracking). Mit diesen gemessenen Informationen können Web-Anbieter und Werbetreibende ihre Angebote verbessern und dem Nutzerinteresse anpassen.

Unklare Gesetzeslage

Seit 2009 gilt in Europa die so genannte Cookie-Richtlinie. Darin werden die Mitgliedsstaaten aufgefordert sicherzustellen,

„dass die Speicherung von Informationen oder der Zugriff auf Informationen, die bereits im Endgerät eines Teilnehmers oder Nutzers gespeichert sind, nur gestattet ist, wenn der betreffende Teilnehmer oder Nutzer auf der Grundlage von klaren und umfassenden Informationen […] seine Einwilligung gegeben hat.“ (Richtlinie 2009/136/EG des Europäischen Parlaments und des Rates)

Innerhalb der EU gibt es unterschiedliche Vorstellungen darüber, wie diese Richtlinie in geltendes, nationales Recht zu transformieren ist. Hierzulande wurde die EU-Richtlinie bislang nicht in geltendes Recht umgesetzt. Der Gesetzgeber beruft sich auf die Normen des Telemediengesetzes, durch die die Richtlinie hinreichend berücksichtigt sei. Im Großen und Ganzen haben sich zwei Varianten herausgebildet: Das Opt-in-Verfahren und das Opt-out-Verfahren.

Opt-in

Bei dem Opt-in-Verfahren wird der Website-Besucher durch Banner oder Tick-Boxen darum gebeten, in die Verwendung von Cookies einzuwilligen. Dies sind Schaltflächen im Kopf- oder Fußbereich einer Website, die zusätzlich auf die Datenschutzerklärung oder die Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Angebots verweisen können. Erst nachdem der Nutzer über einen Button oder eine Checkbox sein OK gegeben hat, werden Cookies gesetzt.

Dieses Verfahren wird von der Mehrheit der EU-Staaten angewendet. Seit Sommer 2015 ist es auch bei der Nutzung der Google-Dienste AdSense, DoubleClick for Publishers und DoubleClick Ad Exchange zur Pflicht geworden.

Beispiel: vaillant.de

Vaillant geht ausführlich auf den Einsatz von Cookies auf ihrer Website ein und bietet dem Nutzer die Möglichkeit, sich aktiv dafür oder dagegen zu entscheiden.

Opt-out

Auch hier wird der Websitebesucher per Banner oder Pop-Up auf den Einsatz von Cookies hingewiesen. Im Gegensatz zum Opt-in-Verfahren sind diese aber schon aktiv. Der Nutzer kann die Datenspeicherung nur verhindern, indem er die Sitzung unterbricht und das Setzen von Cookies in seinem Browser deaktiviert.

Beispiel: twitter.com

Twitter erklärt direkt, dass sie und ihre Partner Cookies nutzen, um den Dienst zur Verfügung zu stellen. Es gibt allerdings keine Opt-in-Bewilligung – also die aktive Einwilligungserklärung durch den Nutzer. Sobald er die Website nutzt, erklärt er sich mit den Nutzungsbedingungen einverstanden.

Schaffen Sie Transparenz

Ein guter Gastgeber führt durch das Haus. Erklären Sie Ihren Besuchern, welche Cookies Sie einsetzen, und warum Sie dies tun:

Funktionelle Cookies

Sie dienen der Identifizierung des Websitebesuchers, zum Beispiel wenn er sich einloggt oder seinen Warenkorb zusammenstellt. Die Cookies werden gelöscht, sobald der Nutzer den Browser schließt.

Statistik-Cookies

Diese Cookies dienen der Analyse des Surfverhaltens, um die Website zu optimieren und die Nutzer individuell anzusprechen.

Social-Media-Cookies

Hiermit lassen sich Social-Media-Feeds oder Sharebuttons auf einer Seite einbinden.

Anzeigen-Cookies

Sie dienen der Einbindung von Werbung, zum Beispiel Banner oder Skyscraper, auf einer Website.

Hinweis:

Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass dieser Artikel keiner Rechtsberatung entspricht.

Die Autorin: Banu Sezen

  • Seit 2003 Online-Konzepterin
  • Seit Oktober 2014 Beraterin Konzeption bei kernpunkt
  • Studierte Amerikanistin (M.A. USA)

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