Anpacken statt Analysieren

12. Juni 2017
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Wie Digitalisierungsintiativen langfristig überleben

In vielen Unternehmen läuft Digitalisierung auf zwei mögliche Arten:

  1. Es werden umfangreiche Analysen gefahren. Damit werden ein paar Digitalisierungs-Projekte identifiziert, die sich zur Einführung eignen. Diese werden dann entsprechenden Projektleitern in die Hand gedrückt. Häufig sogar mit durchaus üppigen Budgets. Zuerst zeigt sich hier durchaus emsige Aktivität. Doch realtiv schnell trifft das Projekt dann auf die operative Realität und wächst aufgrund der immer komplexer werdenden Anforderungen ins Unermessliche. Nach ein bis zwei Jahren wird das ganze dann zugunsten einer neuen Idee wieder eingestampft – ohne jemals ein fertiges Ergebnis gehabt zu haben.
  2. Es wird eigenes „Lab“, „Garagen“ oder ähnliche Units gegründet und als Parallelorganisation aufgebaut. Solche Units werden mit allem erdenklichen Spielzeug ausgestattet: zum Ausprobieren vieler spannender Ideen. Diese durchlaufen zumeist auch Pilotphasen und werden erfolgreich mit einzelnen Kunden getestet. Die daraus resultierenden Ideen sind dann allerdings noch in die Linienorganisation zu überführen. Der Enthusiasmus des Lab-Projektes ist weg, ein wirklicher Sponsor fehlt (das ganze ist in den Köpfen des Top-Managements ja schon fertig). Das ganze versauert als gute Idee, die leider nie so richtig fliegen lernt.

Wie könnte es doch richtig laufen?

Das hängt sicher vom konkreten Unternehmen ab, aber als Leitlinien würde ich einmal folgende Punkte aufstellen:

Umsetzung in der Organisation, aber mit schnellen, agilen adhoc-Teams
Mut zur Lücke und zu nicht-perfekten unvollständigen Lösungen
Frühzeitige Einbindung der Linienmitarbeiter
Top-Management-Sponsoring dauerhaft erhalten

Autor: Jan Eickmann

Jan Eickmann, studierter Wirtschaftsinformatiker, verantwortete bei kernpunkt den erfolgreichen Aufbau der Beratungs- und Kreationsabteilung, deren Leitungsfunktion er über acht Jahre einnahm. Er versteht es, digitale Möglichkeiten unter unternehmerischer Betrachtungsweise zu erkennen und sie Realität werden zu lassen. Seine Schwerpunkte in der Strategieberatung sind die Themenfelder Digitalstrategien und Business Modelle, die Evaluierung und Steuerung von Digitalisierungsinitiativen, Projekt- und Programmmanagement sowie die Begleitung des kulturellen Wandels innerhalb von Kundenorganisationen.

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j.eickmann@kernpunkt.de