Mehrheit der Deutschen sorgt sich noch vor bezahlten AI-Empfehlungen

Mehrheit der Deutschen sorgt sich noch vor bezahlten AI-Empfehlungen beim Online-Shopping

56,4 Prozent der Deutschen sorgen sich vor bezahlten oder beeinflussten AI-Empfehlungen. Die Studie zeigt, welche Faktoren Vertrauen schaffen.

Thursday
16
July
 
2026

Köln, 16. Juli 2026 – Künstliche Intelligenz ist im Online-Shopping in Deutschland angekommen, doch ihre Akzeptanz hat eine klare Grenze: 56,4 Prozent der Deutschen sorgen sich, dass AI-Systeme bevorzugt bezahlte oder beeinflusste Produktempfehlungen anzeigen könnten. Das ist einer der stärksten Einzelbefunde der Studie „AI im E-Commerce“ von kernpunkt und commercetools, für die 1.001 Personen in Deutschland befragt wurden.

Die Sorge trifft auf einen Markt, der AI grundsätzlich offen gegenübersteht: 65,8 Prozent können sich AI für Produktsuche vorstellen, 65,6 Prozent für Produktvergleiche und 60,0 Prozent für Kaufempfehlungen. Wie tief die Skepsis gegenüber konkreten Empfehlungen dennoch reicht, zeigt der direkte Vergleich der Kaufentscheidungsfaktoren.

Die Befragten brachten zehn zentrale Faktoren einer Online-Kaufentscheidung in eine persönliche Rangfolge. KI-Empfehlungen landen dabei auf dem letzten Platz, hinter etablierten Faktoren wie Preis, Lieferzeit und Produktbewertungen und sogar hinter Nachhaltigkeit und Herkunft des Produkts sowie Empfehlungen anderer Nutzerinnen und Nutzer. Nur 2,9 Prozent nennen KI-Empfehlungen als wichtigsten Faktor, während 37,7 Prozent sie auf den letzten Rang setzen.

Die Mehrheit der Deutschen sorgt sich vor bezahlten AI-Empfehlungen.
Die Mehrheit der Deutschen sorgt sich vor bezahlten AI-Empfehlungen.

Vertrauen wird zur strukturellen Voraussetzung

Die Studie zeigt zugleich, woraus Vertrauen in AI beim Shopping entsteht. Im Vordergrund stehen konkrete Kontroll-, Sicherheits- und Transparenzfaktoren. Am häufigsten nennen die Befragten Datenschutz und Sicherheit (49,9 Prozent) als zentrale Voraussetzung, gefolgt von der nachweisbaren Qualität der Empfehlungen (42,1 Prozent). 39,6 Prozent wollen eigene Kriterien und Präferenzen vorgeben können, 38,2 Prozent halten die Kennzeichnung provisionsgetriebener Empfehlungen für wichtig.

Damit reicht es für Marken und Händler nicht aus, Produkte und Inhalte technisch für AI-Systeme auffindbar zu machen. Entscheidend wird, ob Nutzerinnen und Nutzer Empfehlungen als sicher, fair, nachvollziehbar und beeinflussbar erleben. Gerade weil die Sorge vor beeinflussten oder bezahlten Empfehlungen so hoch ist, wird Vertrauen zu einem strategischen Differenzierungsmerkmal im Wettbewerb.

„Vertrauen entscheidet darüber, ob AI im Commerce wirksam werden kann. Wer Empfehlungen ausspielt, muss nachvollziehbar machen, warum ein Produkt vorgeschlagen wird, ob wirtschaftliche Interessen eine Rolle spielen und wie Kundinnen und Kunden die Kontrolle behalten. AI im Commerce ist deshalb auch eine Frage von Governance, Kennzeichnung und erlebter Kontrolle“, sagt Matthias Steinforth, Geschäftsführer bei kernpunkt.

Welche Faktoren schaffen Vertrauen in AI-Assistenten?
Welche Faktoren schaffen Vertrauen in AI-Assistenten?

Von der Akzeptanz zum Wettbewerbsfaktor

Die hohe Sorge vor beeinflussten Empfehlungen ist umso bemerkenswerter, weil AI bei unterstützenden Funktionen breit akzeptiert wird. Entscheidend ist damit nicht allein, ob AI Produkte findet, vergleicht oder empfiehlt, sondern ob Nutzerinnen und Nutzer den Empfehlungen vertrauen. Sobald aus Orientierung eine konkrete Empfehlung wird, zeigt sich, ob Offenheit in tatsächliche Nutzung übergeht. Marken und Händler, die Datenqualität sicherstellen und transparente, kontrollierbare Empfehlungslogiken schaffen, können sich hier einen strategischen Vorteil verschaffen.

Zentrale Studienergebnisse zum Vertrauen in AI auf einen Blick

• 56,4 Prozent sorgen sich vor bezahlten oder beeinflussten AI-Empfehlungen.

• AI-Empfehlungen liegen im Ranking der zehn Kaufentscheidungsfaktoren auf dem letzten Platz.

• 37,7 Prozent setzen KI-Empfehlungen auf den letzten Rang, nur 2,9 Prozent auf den ersten.

• 49,9 Prozent nennen Datenschutz und Sicherheit als zentrale Vertrauensvoraussetzung.

• 42,1 Prozent nennen nachweisbare Empfehlungsqualität als Vertrauensvoraussetzung, 39,6 Prozent die eigene Steuerbarkeit und 38,2 Prozent die Kennzeichnung provisionsgetriebener Empfehlungen.

Die Studie „AI im E-Commerce“ untersucht, wie Konsumentinnen und Konsumenten in Deutschland Künstliche Intelligenz im digitalen Kaufprozess wahrnehmen, nutzen und bewerten. Die Studie basiert auf einer Online-Befragung von 1.001 Personen in Deutschland im Zeitraum vom 17. bis 27. März 2026 und einer ergänzenden Expertenbefragung unter 17 Fachleuten aus dem E-Commerce im Zeitraum vom 26. März bis 30. April 2026. Die Datenerhebung erfolgte durch PureSpectrum Germany GmbH. Die Konzeption, die Auswertung und die redaktionelle Einordnung der Studie erfolgten durch kernpunkt. Die Studie wurde mit Unterstützung von commercetools realisiert.

Die vollständige Studie kann unter https://www.kernpunkt.de/ai-im-ecommerce angefordert werden.

Über kernpunkt:

Die kernpunkt Digital GmbH ist Digitalisierungspartner für AI, Digital Commerce und Product Experience. Das Unternehmen verbindet strategische Beratung, UX, moderne Commerce-Architekturen, Produktdatenkompetenz und AI-native Projektentwicklung. kernpunkt unterstützt Unternehmen dabei, digitale Vertriebs-, Commerce- und Plattformstrukturen zukunftsfähig aufzubauen und weiterzuentwickeln.

Über commercetools:

commercetools bietet globalen Unternehmen die führende AI-first-Plattform für den digitalen Handel, die für unübertroffenes Umsatzwachstum und Leistung sorgt. Unsere modulare und skalierbare Technologie bildet die Grundlage für Innovation – vom agentischen Handel bis hin zu dialogorientierten Erlebnissen – und gibt Unternehmen die Flexibilität, schnell und sicher auf sich ändernde Geschäftsanforderungen zu reagieren.

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Mike Schnoor

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