
57 Prozent nutzen AI-Assistenten beim Online-Shopping
Neue Studie von kernpunkt und commercetools zeigt die hohe Akzeptanz der Deutschen für KI-gestützte Produktsuche, Produktvergleiche und Kaufempfehlungen. Für Händler und Marken verschiebt sich der Wettbewerb um Sichtbarkeit zunehmend in die digitale Kaufvorbereitung.
Köln, 15. Juni 2026 – AI ist im Online-Shopping in Deutschland angekommen. 57,2 Prozent der Deutschen haben bereits Chatbots oder KI-Assistenten in Online-Shops genutzt. Besonders hoch ist die Akzeptanz bei unterstützenden Funktionen in AI-Systemen wie ChatGPT, Gemini oder Claude: 65,8 Prozent können sich die Unterstützung durch Künstliche Intelligenz für die Produktsuche vorstellen, 65,6 Prozent für Produktvergleiche und 60,0 Prozent für Kaufempfehlungen. Dies bestätigt die neue Studie „AI im E-Commerce“ von kernpunkt und commercetools, für die 1.001 Personen in Deutschland befragt wurden.
AI verändert Kaufvorbereitung
Damit rückt Künstliche Intelligenz vor allem in der Kaufvorbereitung in den Fokus der Deutschen. Die höchste Akzeptanz entsteht dort, wo AI-Assistenten Orientierung geben, Produkte vergleichbar machen und Entscheidungen vorbereiten. Den direkten Kauf von Produkten innerhalb von AI-Systemen können sich 36,7 Prozent der Befragten schon vorstellen. Für Unternehmen ergibt sich daraus eine klare strategische Aufgabe: Produktdaten, Preise und Verfügbarkeiten müssen so strukturiert sein, dass sie in AI-gestützten Beratungssituationen zuverlässig verarbeitet werden können.

Touristik und Technik mit besonders hoher AI-Offenheit
Das Potenzial für AI-gestützte Prozesse zeigt sich bereits im Branchenvergleich. Besonders hoch ist die Offenheit für AI-gestützte Beratung mit anschließendem Online-Kauf für Reisen und Unterkünfte mit 48,7 Prozent. Es folgen Consumer Electronics und Technik mit 47,9 Prozent, Bücher, Medien & Unterhaltung mit 45,7 Prozent, Sport, Freizeit und Hobby mit 43,7 Prozent sowie Tickets und Veranstaltungen mit 42,3 Prozent. Insgesamt wurden in der Studie „AI im E-Commerce“ 17 Produktbereiche untersucht, darunter auch Fashion, Beauty, Wohnen, Heimwerken & Garten, Lebensmittel und Getränke, Apothekenprodukte, digitale Abonnements und Mobilitätsdienste.
Auffällig ist zudem der Abstand zwischen heutiger Online-Reife und AI-Offenheit in einzelnen Produktbereichen. Besonders groß ist dieser Opportunity-Gap bei Heimwerken & Garten: Während nur 15,3 Prozent diese Kategorie eher oder nur online kaufen, können sich 40,5 Prozent AI-gestützte Beratung mit anschließendem Online-Kauf vorstellen. Ähnliche Potenziale zeigen sich bei Bürobedarf & Schreibwaren mit 41,4 Prozent AI-Offenheit gegenüber 17,8 Prozent Online-Reife sowie bei Sport, Freizeit und Hobby mit 43,7 Prozent AI-Offenheit gegenüber 21,5 Prozent Online-Reife. AI kann vor allem dort zum digitalen Wachstumstreiber werden, wo Kaufentscheidungen erklärungsbedürftig sind und Auswahl, Beratung oder Projektlogik eine wichtige Rolle spielen.

„AI im E-Commerce wird zuerst dort relevant, wo Kundinnen und Kunden bereits heute Unterstützung bei der Suche, dem Vergleich und der Auswahl erwarten. Genau hier entscheidet sich, welche Produkte, Marken und Händler in den Antworten und Empfehlungen überhaupt sichtbar werden. Agentic Commerce beginnt deshalb nicht mit der Integration eines Chatbots im Online-Shop, sondern mit AI-ready Commerce-Systemen, Produktdaten und Prozessen“, sagt Matthias Steinforth, Geschäftsführer von kernpunkt.
Vertrauen in AI wird zum Erfolgsfaktor
Die Studie „AI im E-Commerce“ zeigt zugleich, dass das Vertrauen in neue Technologien ein wichtiger Faktor für die Akzeptanz von AI im E-Commerce ist. 56,4 Prozent der Deutschen sorgen sich, dass AI-Systeme bevorzugt bezahlte oder beeinflusste Produktempfehlungen anzeigen könnten. Die Optimierung eines Online-Shops für gezielte Empfehlungen in AI-Systemen reicht daher allein nicht aus. Marken und Händler sollten deshalb die Datenqualität sicherstellen und transparente, kontrollierbare Empfehlungslogiken für ihre Produkte schaffen.

„AI wird vor allem jetzt relevant, weil Produktsuche, Beratung und Kaufvorbereitung neu gedacht werden müssen. Marken und Händler müssen ihre Commerce-Prozesse technisch so aufstellen, dass AI-Systeme sie zuverlässig nutzen können. Genau dafür braucht es flexible, skalierbare Commerce-Architekturen, die neue digitale Touchpoints schnell und sicher ermöglichen – also AI-ready, wie es die wachsende Nutzung und Akzeptanz der Kundinnen und Kunden mittlerweile nahelegen“, sagt Marco Lambrecht, Senior Sales Director bei commercetools.
Experten erwarten Verschiebung des Kundenzugangs
Eine ergänzende Expertenbefragung bestätigt die strategische Relevanz dieser Entwicklung. 94,1 Prozent der befragten Fachleute erwarten eine starke oder sehr starke Verlagerung der Produktsuche zu AI-Interfaces. 88,2 Prozent sehen künftig AI-Interface-Anbieter als zentrale Instanzen im Kundenzugang. Externe AI-Interfaces als primären Ort des finalen Kaufabschlusses sieht dagegen keiner der befragten Fachleute.
„Der Warenkorb wandert nicht zuerst in AI-Assistenten ab, sondern der Kundenzugang verschiebt sich. Für Händler und Marken wird entscheidend, ob sie in AI-gestützten Entscheidungssituationen mit den richtigen Daten, Inhalten und Angeboten präsent sind. Sichtbarkeit im Commerce entsteht künftig stärker vor dem eigentlichen Shopbesuch“, sagt Mike Schnoor, Head of Marketing bei kernpunkt und Studienleiter.

Zentrale Studienergebnisse auf einen Blick
- 57,2 Prozent haben Chatbots oder AI-Assistenten im Online-Shop bereits genutzt.
- 65,8 Prozent können sich AI für Produktsuche vorstellen.
- 65,6 Prozent können sich AI für Produktvergleiche vorstellen.
- 60,0 Prozent können sich AI für Kaufempfehlungen vorstellen.
- 36,7 Prozent können sich vorstellen, Produkte direkt per AI zu kaufen.
- 56,4 Prozent sorgen sich vor bezahlten oder beeinflussten Empfehlungen.
- Besonders hohe AI-Offenheit bei Reisen und Unterkünften (48,7 Prozent), Consumer Electronics und Technik (47,9 Prozent) sowie Bücher, Medien und Unterhaltung (45,7 Prozent).
Die Studie „AI im E-Commerce“ untersucht, wie Konsumentinnen und Konsumenten in Deutschland Künstliche Intelligenz im digitalen Kaufprozess wahrnehmen, nutzen und bewerten. Die Studie basiert auf einer Online-Befragung von 1.001 Personen in Deutschland im Zeitraum vom 17. bis 27. März 2026 und einer ergänzenden Expertenbefragung unter 17 Fachleuten aus dem E-Commerce im Zeitraum vom 26. März bis 30. April 2026. Die Datenerhebung erfolgte durch PureSpectrum Germany GmbH. Die Konzeption, die Auswertung und die redaktionelle Einordnung der Studie erfolgten durch kernpunkt. Die Studie wurde mit Unterstützung von commercetools realisiert.
Die vollständige Studie kann unter https://www.kernpunkt.de/ai-im-ecommerce angefordert werden.
Über kernpunkt:
Die kernpunkt Digital GmbH ist Digitalisierungspartner für AI, Digital Commerce und Product Experience. Das Unternehmen verbindet strategische Beratung, UX, moderne Commerce-Architekturen, Produktdatenkompetenz und AI-native Projektentwicklung. kernpunkt unterstützt Unternehmen dabei, digitale Vertriebs-, Commerce- und Plattformstrukturen zukunftsfähig aufzubauen und weiterzuentwickeln.
Über commercetools:
commercetools bietet globalen Unternehmen die führende AI-first-Plattform für den digitalen Handel, die für unübertroffenes Umsatzwachstum und Leistung sorgt. Unsere modulare und skalierbare Technologie bildet die Grundlage für Innovation – vom agentischen Handel bis hin zu dialogorientierten Erlebnissen – und gibt Unternehmen die Flexibilität, schnell und sicher auf sich ändernde Geschäftsanforderungen zu reagieren.
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