12 Tipps für die perfekte Suche im E-Commerce und eine bessere User Experience

Die Suche in Deinem Online-Shop ist mehr als nur eine Funktion - sie ist ein Schlüssel zur Kundenzufriedenheit. In unserem Artikel geben wir Dir 12 Tipps, wie Du mit einer gezielten Optimierung der Suche die gesamte User Experience verbessern und damit Deinen Umsatz steigern kannst.

30
November
 
2023
Mike Schnoor
Lisa Gilles

Die Macht der Suche im E-Commerce

Die interne Suchfunktion eines Online-Shops ist oft ein unterschätztes Tool, das einen großen Einfluss auf Kaufentscheidungen haben kann. Eine leistungsstarke Suchfunktion kann zum Wettbewerbsvorteil werden, indem sie ein benutzerfreundliches Einkaufserlebnis bietet und dadurch für ein Plus an Kaufabschlüssen sorgt. Bevor dies passiert, ist jeder Person zuerst User und danach erst Kundin oder Kunde. Wer suchet und findet, ist glücklich und kauft. Am Ende freust Du Dich, wenn der Umsatz durch mehr Bestellungen in Deinem Online-Shop steigt. Die Suche ist somit wie die Startseite ein weiterer Türöffner zu den Produkten, liefert die richtigen Ergebnisse und hilft den Menschen zu finden, was sie suchen.

Die Suchgewohnheiten der Nutzer sind aber noch unterschiedlicher als Tag und Nacht: Sie verändern sich tatsächlich stetig, so dass die Intelligenz der Suche in Kombination mit Individualisierung wichtig wird. Einige bevorzugen die Suche, andere navigieren lieber durch Kategorien - im Prinzip eine anders sortierte Darstellung von Suchergebnissen. Das Ziel ist es, beiden Gruppen ein optimales Erlebnis zu bieten. Denn in beiden Fällen ist eine effiziente Suchfunktion unverzichtbar, um ein benutzerfreundliches Einkaufserlebnis zu schaffen.

Aber es gibt keine klassischen linearen Customer Journeys mehr: Kundinnen und Kunden können überall und jederzeit in die Journey einsteigen. Der Kurs liegt fest in ihrer Hand, denn sie lenken diese Reise. Die Optimierung der User Experience gilt als entscheidender Faktor für den Erfolg von Unternehmen im Wettbewerb - das sehen wir durch unsere E-Commerce-Projekte bestätigt, die das Team von kernpunkt für seine Kunden umsetzen darf. Der wichtigste Moment, der entscheidend für einen Kauf ist, liegt also nicht mehr kurz vor dem Kauf, sondern fängt schon bei der Suche nach dem richtigen Produkt an - und in einigen Fällen natürlich noch viel früher. Doch wir blicken jetzt auf die Suche!

Noch immer wird das Potenzial der Suchfunktionen im E-Commerce von vielen Unternehmen unterschätzt. In diesem Beitrag zeigen wir Dir, warum die Suchfunktion im E-Commerce sich auf die Kaufentscheidungen von Kundinnen und Kunden direkt auswirken kann und wie Du mit unseren Tipps aus Deiner Suchfunktion Wettbewerbsvorteile ziehen kannst.

12 Tipps für die perfekte Suche im E-Commerce

Tipp 1: Übersichtliche Darstellung und intuitive Navigation

Warum suchen die Menschen? Sie suchen aus vielen Gründen: Das günstigste oder das beste Produkt, sie können nicht an das Ziel navigieren, der Einstieg in die Website entspricht nicht ihren Erwartungen oder sie wollen ihr eigenes Schicksal kontrollieren. Gerade im B2B-Bereich wissen die Nutzerinnen und Nutzer oft sehr genau, welche Produkte und Dienstleistungen sie brauchen - und wollen dann einfach gar keine Zeit durch Navigieren mehr verschwenden.

Ein übersichtliches Layout mit gutem Farbschema, klarer Navigation und konsistentem Branding erhöht die Verweildauer und das Engagement der Kunden. Eine einfache Auffindbarkeit der Suchfunktion fördert das Stöbern und den Kauf, verbessert die Nutzererfahrung und stärkt das Markenimage. Aber in einem anderen Kontext kann dies sogar zu einem Showstopper werden. Die Optimierung der User Experience wird hier umso entscheidender, um genau einen solchen Showstopper zu identifizieren und diese Herausforderung zu lösen.

Bei der Platzierung überwiegt mittlerweile eine einhellige Meinung: Die Suchmaschine gehört nach oben. Sie wird meist in der Mitte oder rechts oben im Header platziert. Viele Nutzerinnen und Nutzer schauen in diesem Bereich nach den Kategorien und nach der Suchfunktion. Doch nicht nur mit einer kleinen Lupe, sondern mit einem möglichst großen Suchfeld solltest Du die Suchfunktion für die Nutzerinnen und Nutzer darstellen. Was klein ist, fällt einfach nicht auf und bleibt für manche Menschen einfach unsichtbar.

Tipp 2: Kundenbedürfnisse an erster Stelle

Die Menschen wollen beim Suchen ein Bedürfnis befriedigt sehen - und die Suche ist mit ihren Ergebnissen die perfekte Reaktion darauf. Dies ist Deine Chance, die Kaufentscheidung der Nutzerinnen und Nutzer punktgenau zu beeinflussen. Hier spielen verschiedene Faktoren eine Rolle. Auf emotionaler Ebene kannst Du mit Überraschung, Nervenkitzel und Faszination die Kaufentscheidung überzeugen, während Du mit Erfahrung, Bestätigung und Hilfe den Entscheidungsprozess auf einer sachlichen Ebene beeinflussen kannst.

  • Überraschung bedeutet Spaß und Unterhaltung. Die Suche dauert insgesamt länger wird oft wiederholt.
  • Nervenkitzel entsteht, wenn es etwas Neues zu entdecken gibt. Die Suche dauert dafür nicht lange und umfasst nur wenige Begriffe. Ein "Weiter"- oder ein "Zurück"-Button wird nur selten angeklickt.
  • Faszination beeindruckt und überzeugt mit dem Suchergebnis. Das Ziel ist klar erkennbar und die Suchwortgruppen sind spezifisch.
  • Bestätigung befriedigt den Wunsch nach Einfachheit, Komfort und Vertrauen. Die Suchanfrage ist leicht verständlich oder als Frage formuliert.
  • Erfahrung zeugt von Know-How und Kompetenz. Eine gründliche Suche bezieht Rezensionen und Vergleiche mit ein.
  • Hilfe unterstützt mit Tipps, präzisiert die Suchanfrage und bezieht eventuell den Standort mit ein.

Du musst die Menschen zu ihrem Glück führen, denn sie wollen etwas finden. Aber das Ziel ist in manchen Fällen noch gar nicht definiert: Nur etwa 11 Prozent der Verbraucherinnen und Verbraucher, die sich übers Smartphone informieren, haben sich bereits zu Beginn ihrer Online-Reise auf eine bestimmte Marke oder ein bestimmtes Produkt festgelegt.

Du kannst diese Chance gezielt nutzen und mittels SEM, Online-Videos und Display-Anzeigen die Marken in Deinem Online-Shop - oder natürlich Deine eigene Marke - bereits frühzeitig im Kaufentscheidungsprozess sichtbar machen und so die Vorlieben der potenziellen Käuferinnen und Käufer prägen. Und genau darin liegt der Schlüssel zum Erfolg.

Typische Signale wie z.B. Aufenthaltsort, Gerätetyp oder Tageszeit der jeweiligen Nutzung kommunizieren auch Absichten darüber, was die Person in genau diesem Moment haben möchte oder einfach braucht. Unter Umständen und je nach Kontext sind die Menschen nur eingeschränkt aufnahmefähig. Ihr Sinne spielen eine wichtige Rolle, denn in einer lauten Atmosphäre fällt die Konzentration vielleicht manchen Menschen schwer. Mit kalten Händen tippt es sich möglicherweise schlechter auf der Tastatur oder auf dem Smartphone. Im Dunklen könnte wiederum die Stimmung anders sein als in einer hellen Umgebung. Oder die Menschen sind kognitiv und mental aufgrund des Zeitdrucks, des allgemeinen Stresses oder anderen Faktoren nicht voll einsatzfähig.

Identifiziere also diese Momente der Entscheidung, indem Du auf Signale achtest, denn diese geben Hinweise auf die Absichten Deiner Nutzer. Sieh Dir die häufigsten Suchanfragen in Deinen Suchmaschinenprotokollen an und ermittle die optimale Zielseite für jede häufige Suchanfrage - und setze genau dort mit Deinem Suchformular an!

Tipp 3: Effektive KI-Suchlösungen zur Reduzierung der Browsing-Zeit

Zeit bedeutet im E-Commerce eigentlich alles. Wenn der Kunde mit seiner Zeit bezahlen muss und einfach nicht zum erhofften Ergebnis kommt, wird ihm der gesamte Prozess schnell zu teuer. Eine gute Usability vor allem bei der Suche zahlt sich daher schnell aus!

Du hast mehrere Möglichkeiten, um die Zeit zu beschleunigen, bis Deine Kundinnen und Kunden das richtige Ergebnis erhalten. Blicken wir zuerst auf die Technologien. Wenn Dein Shop zu lange lädt, läuft er meist nicht auf modernen MACH-Technologien, sondern auf einem alten Monolithen als eine On-Premise-Lösung. Da geht selbst die einfachste Produktsuche gerne in die Knie. Wenn wir über die User Experience optimieren möchten und damit Deine Kundinnen und Kunden bei der Suche begleiten wollen, blicken wir nicht mehr auf alte Systeme, sondern auf eine moderne Architektur.

Eine schnelle Suche verbessert das Nutzererlebnis enorm. Optimiere Deine Website für schnelle Ladezeiten und stelle sicher, dass die Suchfunktion auch bei einer großen Anzahl von Produkten effizient bleibt.  Außerdem macht eine intuitive und schnelle Suche den Unterschied in hart umkämpften Märkten. Die durchschnittliche Browsing-Zeit kann durch eine optimierte Suchfunktion mit schnellen und präzisen Vorschlägen verkürzt werden.

Deine Kundinnen und Kunden erwarten also schnelle und zugleich relevante Ergebnisse. Nutze dafür fortschrittliche Technologien gepaart mit KI-Algorithmen, um Deine Suchergebnisse zu verfeinern. Hier kommt die MACH-Technologie ins Spiel, speziell die Infrastruktur von commercetools mit dem Microservice von unserem Partner Algolia. Du kannst damit einen Suchalgorithmus in Deinem Online-Shop integrieren, der auf maschinellem Lernen basiert. Durch diese KI-Algorithmen kannst Du die Suchergebnisse verfeinern und so die Konversionsraten und Einnahmen zu steigern. Alle Microservices werden aus der Cloud geliefert, weil sie über APIs miteinander verbunden sind - und vor allem Headless arbeiten, was dir eine nahezu unendliche Freiheit in der Gestaltung sämtlicher Prozesse und im Design gibt.

Was ist schöner, als wenn dann die KI gerade die Produkte als Verkaufsschlager identifiziert, die von Dir als Mensch eher wenig beachtet werden? Wenn dies zu höheren Warenkörben führt und tatsächlich im Checkout von den Leuten bezahlt wird, steigt naturgemäß Dein Umsatz dank moderner MACH-Technologie unterstützt von Künstlicher Intelligenz. Weitere kontinuierliche Verbesserungen basierend auf dem Kundenfeedback und auf Analytics Tools sind hierbei essenziell, um mehr aus Deinem Shop zu holen. Denke daran: Eine genaue Suche führt zu zufriedenen Kunden und höheren Verkaufszahlen.

Tipp 4: Interaktionskosten und Nutzungszeit bei der Suche minimieren

Die reine Technologie und Architektur Deines Online-Shops bilden jedoch nur einen Aspekt, wie Du die Zeit bei der Suche reduzieren kannst. Technologie spielt bei der User Experience eine gewichtige Rolle, denn die richtige Konfiguration oder die Schnelligkeit von Tools können sich auf den Kaufabschluss auswirken. Mit Blick auf die Kosten für die User kommen Kundenzentrierung und Personalisierung als wichtige Schlüsselelemente für eine effektive und niedrigschwellige Suchfunktion in Deinem Online-Shop in dieser Betrachtung hinzu.

Die Suche sollte einfach und selbsterklärend sein, um den Benutzerinnen und Benutzern eine nahtlose Erfahrung zu bieten. Wichtig für das Verständnis der Suche im Sinne der User Experience ist es, dass eine solche Suche den Nutzerinnen und Nutzern durchaus mehr Arbeit abverlangen kann.  

Schließlich müssen sie eine Suchanfrage nicht nur formulieren, sondern auch eingeben. Dieser Prozess kann hohe Interaktionskosten verursachen, vor allem beim Tippen, sei es über eine vollständige Tastatur oder einen Touchscreen. Dieser Prozess ist außerdem fehleranfällig und kann viel Zeit in Anspruch nehmen. Die Interaktionskosten definieren sich als die Summe aller kognitiven und physischen Aufwände, Arbeit und Anstrengungen von Nutzerinnen und Nutzern, um in diesem Fall einen Kauf tatsächlich zu tätigen.

Die Funktionen von Autosuggestion können jedoch einen Teil dieser Interaktionskosten reduzieren. Sie funktionieren besonders gut, wenn die Suche häufig verwendet und einfach aufgebaut ist. Aber auch eine einfache Suchfunktion reicht jedoch nicht immer aus. Die Suche sollte in der heutigen Zeit intelligent genug sein, um Nutzerinnen und Nutzer zu unterstützen - und die Interaktionskosten zu minimieren. Denn diese sind bei der Nutzung der Suchfunktion oft höher im Vergleich zum einfachen Surfen auf einer Website.

Die perfekte Suche erfordert ein Verständnis des Suchraums und erhöht die kognitive Belastung des Nutzers. Selbst wenn Kundinnen und Kunden mit dem Suchraum vertraut ist, müssen sie bei der Suche auf Informationen aus ihrem Gedächtnis zurückgreifen. Um eine sinnvolle Anfrage zu formulieren, müssen sie über relevante Attribute nachdenken und diese in ihre Suche einbeziehen: Schuhe. Schuhe rot. Damen Schuhe rot. Rote Damen Sneaker. Rote Damen Sneaker High.

Zusammenfassend lässt sich hier wieder betonen, dass die Gestaltung einer benutzerfreundlichen und effektiven Suchfunktion ein tiefes Verständnis der Bedürfnisse und des Verhaltens der Nutzerinnen und Nutzer erfordert. Sie muss intelligent genug sein, um die Interaktionskosten zu reduzieren und gleichzeitig ein nahtloses und angenehmes Einkaufserlebnis zu gewährleisten. Wir helfen Dir dabei, diese Anforderungen umzusetzen und begleiten Dich in diesem Prozess - mit unserem UX Team für die Optimierung der User Experience im Zusammenspiel mit unseren Dev-Teams für die Umsetzung der Suche in Deinem Online-Shop.

Tipp 5: Sichtbare und erweiterte Suchfunktionen

Eine prominente Platzierung der Suchleiste mit erweiterten Funktionen wie Trending Searches und intelligenten Vorschlägen ist unverzichtbar. Eine solche Suchfunktion, die den Kontext und die Absicht hinter den Anfragen versteht, erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Kunden schnell finden, was sie suchen. Auch hier spielt die KI wieder eine gewichtige Rolle, wenn Du sie technisch als Microservice in Deinen Online-Shop integrieren kannst.

Die Suche über die Suchleiste sollte von jeder Seite möglich sein, falls Nutzerinnen und Nutzer mit der Navigation nicht weiterkommen -oder an einer besonderen Landingpage einsteigen. Schließlich ist die Customer Journey mittlerweile vollkommen unabhängig von der Startseite oder von Kategorieseiten zu betrachten, weil die Menschen von überall auf Dein E-Commerce-Projekt kommen können.

Bitte verstecke die Suchfunktion nicht hinter einer Lupe. Stattdessen sollte die Suche eine Box bzw. ein Textfeld sein, in dem Nutzerinnen und Nutzer direkt ihre Suchanfrage eintippen können. Die Menschen scannen eine Website bzw. einen Online-Shop nach Mustern, also nach Kästchen, in die sie tippen können. Das Eingabefeld sollte breit genug sein, um die typische Suchanfrage aufzunehmen. Wenn Du mehrere Suchmöglichkeiten anbietest, solltest Du genau erklären, was die Nutzerinnen und Nutzer damit finden können.

Kurzum: Ja, das Suchfeld sollte also möglichst sichtbar, zentral und oberhalb des Contents definiert werden. Verstecke hier nichts, denn nur eine direkt sichtbare und nicht eingeklappte Suche fällt tatsächlich ins Auge - ohne dass die Kundinnen und Kunden nach der Suche suchen müssen. Außerdem kannst Du über "Finden" anstatt "Suchen" schreiben. Dieses Wort ist deutlich positiver konnotiert und deutet auf Erfolg hin. Auf die Feinheiten kommt es also auch bei der Ausgestaltung der Suche in Deinem Website- und Shop-Design an.

Tipp 6: Personalisierte Empfehlungen und benutzerfreundliche erweiterte Suche

Wenn wir wieder auf die Personalisierung blicken, nutze Tools zur Automatisierung und kombiniere hier KI und maschinelles Lernen, um personalisierte Produktempfehlungen zu generieren. Personalisiere vom ersten Moment an die Suche, um Deinen Kundinnen und Kunden ein einmaliges Erlebnis zu bieten. Nutze Daten wie frühere Käufe und die Suchhistorie, um personalisierte Produktempfehlungen anzubieten. So fühlt sich jeder Kunde besonders und wertgeschätzt.

Im Fall einer Suchseite eignet sich schon die Vorauswahl vom Geschlecht und das direkte Anwenden von bekannten oder wahrscheinlichen Informationen über Größen oder Maßangaben als Filter. Diese helfen dabei, individuelle Kaufinteressen und Markenpräferenzen zu personalisieren.

Hier kann ein intuitives Suchfeld-Design mit Dropdown-Menüs und Produktempfehlungen das Einkaufserlebnis erheblich verbessern und die Kundenbindung stärken.

Tipp 7: Fehlertoleranz und Synonymmanagement

Fördere das Entdecken Deines Sortiments durch KI-gesteuerte Empfehlungen. Effektives Synonym-Mining und -Management sind essenziell, um sicherzustellen, dass Kunden auch bei unterschiedlichen Bezeichnungen für dieselben Artikel relevante Ergebnisse erhalten.

Fehler passieren jedem Menschen - vor allem beim Tippen am Smartphone trotz Autokorrektur. Sechs von zehn Menschen schreiben falsche Begriffe. Die Fehlertoleranz der Suche gehört zu den wichtigsten Eigenschaften, denn man vertippt sich sehr schnell oder schreibt etwas falsch wie im Fall bestimmter Marken. Wer nach addidas sucht, will adidas finden. Wer Masimmo Duti eingibt, will Massimo Dutti kaufen. Wenn die Suche passende Ergebnisse liefern kann, auch wenn der Mensch die Fehlerquelle ist, erhöht sich am Ende der Umsatz, wenn die Warenkörbe direkt gefüllt werden können.

Eine Autovervollständigung mit hoher Toleranz für Tippfehler stellt sicher, dass die Suche relevante Ergebnisse erzeugt. Dies verbessert das Einkaufserlebnis und reduziert die Frustration bei der Produktsuche. Biete außerdem zielgerichtet Kategorievorschläge an, um die Suchabsicht der Nutzerinnen und Nutzer zu verfeinern. Dies hilft den Kundinnen und Kunden, schneller zum gewünschten Produkt zu gelangen.

Tipp 8: Blitzschnelle und genaue Ergebniseinstufung

Zeit ist Geld - aber Moment, das hatten wir doch im anderen Tipp schon? Ja, aber diesmal blicken wir auf die Ergebnisse. Eine schnelle und genaue Ergebniseinstufung ist für eine effektive Suchfunktion unerlässlich. Berücksichtige Faktoren wie Beliebtheit, Produktbewertungen und Nutzerverhalten, um sicherzustellen, dass die relevantesten Produkte zuerst angezeigt werden. Dies steigert die Kundenzufriedenheit und erhöht die Kaufwahrscheinlichkeit. Die Suchfunktion sollte die Absichten potenzieller Kunden verstehen und dies über KI-Algorithmen frühzeitig erkennen.

Die erste Ergebnisseite ist wahrlich Gold wert. Denn Benutzerinnen und Benutzer blicken fast nie über die zweite Seite der Suchergebnisse hinaus. Daher ist es wichtig, dass Deine Suche die Ergebnisse sinnvoll priorisiert und alle wichtigen Treffer auf der ersten Seite erscheinen. Gleichermaßen sollte die Suche über Filtermechanismen sinnvoll eingegrenzt werden, damit die Suchenden von der Anzahl an Treffern nicht überfordert werden. Hier spielt das richtige Schnüren von Produktmodellen eine wichtige Rolle. Oft hilft es für die Übersichtlichkeit, indem Varianten gebildet werden. Wenn diese im Suchergebnis mit verschiedenen Farbmustern angezeigt werden, aber diese erst auf der Detailseite auswählbar sind, reduziert das die Anzahl an Treffern auf der Ergebnisseite erheblich.

Gestalte die Suche dabei visuell, denn über die Hälfte des menschlichen Gehirns ist für das Sehen und die visuelle Verarbeitung zuständig. Daher sind Bilder für die meisten Käuferinnen und Käufer viel wichtiger als Text. (Und das empfehlen wir Dir in diesem sehr langen Text…)

Tipp 9: Optimierung von Null-Ergebnis-Seiten und Beibehaltung der Suchanfragen

Was passiert, wenn gar kein Ergebnis geliefert wird? Gute Seiten ohne Ergebnisse verwandeln Bio-Zitronen in leckere Limonade. Erkläre deutlich, dass es keine passenden Ergebnisse gibt. Aber biete sofort Hilfe an mit Ansatzpunkten und Vorschlägen für das weitere Vorankommen, zu ähnlichen Anfragen oder zu angesagten Suchtrends.

Verbessere hier die die Nutzererfahrung auf den Null-Ergebnis-Seiten durch wirklich relevante Vorschläge. Anstatt auf "Leider wurde nichts gefunden" zu setzen, behalte die Suchanfragen der Nutzerinnen und Nutzer bei, um ihnen eine erneute Suche zu erleichtern - oder mögliche, passende Produkte zu empfehlen. Eine komplizierte Suchschnittstelle oder ein solcher Stopp-Moment durch kein Ergebnis kann Kundinnen und Kunden sofort abschrecken.

Weitere Produktempfehlungen können also von Vorteil sein und sofort zu einer neuen Suche animieren, um unmittelbar ein neues Eingabefeld für die Suchfunktion zu erzeugen. Potenzielle Kundinnen und Kunden können darüber einen neuen Anlauf nehmen, auch wenn kein passendes Ergebnis in der ursprünglichen Suche erzeugt wird.

Wenn Du einen Ausweg anbieten kannst oder Hilfe gibst, was man als nächstes tun kann, sorgst Du für eine kognitive Entlastung. Dies führt zu einer deutlichen Reduzierung der Interaktionskosten und senkt natürlich die Frustration. Du verhinderst den direkten Abbruch der Customer Journey und steigerst wiederum die Chance, dass am Ende Kaufabschlüsse getätigt werden.

Eine grundsätzlich gute Lösung bietet übrigens C&A an. Wird beispielsweise "Hemd" in die Suchmaschine eingegeben, werden sofort Vorschläge erzeugt, wie die Suche verfeinert werden kann, sodass Kundinnen und Kunden schnell zum gewünschten Produkt gelangen können. Dafür sorgt wiederum der Suchalgorithmus von unserem Partner Algolia.

Tipp 10: Effektive Filter und Sortieroptionen - Das A und O der Produktsuche

Eine Suche ohne Filter ist wie eine Bibliothek ohne Ordnungssystem. Wer vor gefüllten Bücherregalen steht, die nicht nach Themen, nach Autoren oder nach alphabetischer Reihenfolge sortiert sind, wird gewiss lange brauchen, um Moby Dick zu finden. Biete Deinen Kundinnen und Kunden vielfältige Filter- und Sortieroptionen, damit sie genau das finden, was sie suchen.  

Wichtig kann das Wissen über die jeweiligen Begrifflichkeiten sein, nach denen gesucht wird. Manche Nutzerinnen und Nutzer überfliegen die Suchseiten und wollen bestimmte Wörter oder prägnante Buzzwords finden, bevor sie eine Suche ausführen. Daher ist die Gewährleistung einer Scanability ebenfalls entscheidend, um den Kaufprozess möglichst positiv zu begleiten.

Von Geschlechtsmerkmalen über Größenfilter bis hin zu Farboptionen - je genauer die Filter, desto besser das Einkaufserlebnis. Eine Vorsortierung der Suchergebnisse gibt potenziellen Käufern eine Orientierungshilfe.

Hilfreich sind statische Filterliste unabhängig von Produktkategorie - aber beachte immer, dass diese Filter die "keine Treffer" vermeiden müssen. Insbesondere bei sehr großen Produktkatalogen bietet die Vorsortierung oder Facettierung je nach Produkttyp verschiedene Filteroptionen an.  

Interne Parameter wie die alphabetische Reihenfolge, die Beliebtheit oder der Preis können den Käuferinnen und Käufern zur Auswahl geboten werden, während die Suche interne Parameter wie Deckungsbeitrag, Verfügbarkeit, Bestand und Lieferzeiten berücksichtigt, um die Ergebnisse zu sortieren.

Ein Filter kann auch innerhalb von Produkten helfen, da meist wenig unterschiedliche Kategorien zur Unterscheidung verfügbar sind. Zwar ist der Konzeptions- und Pflegeaufwand relativ hoch, aber je genauer Du diese Facettierung betreibst, desto effektiver funktioniert die Suche - und die Kundinnen und Kunden werden positiv in ihrer Kaufentscheidung beeinflusst. Sie kaufen die Produkte, die sie direkt finden ohne danach lange zu suchen.

Tipp 11: Mobile First für die Suche auf jedem Gerät

Eigentlich ist dieser Tipp ein Dauerbrenner. Im Zeitalter des Mobile Shoppings ist eine mobil-optimierte Suche unerlässlich. Eine mobile Suche, die schnell und einfach funktioniert, hält Deine Kundinnen und Kunden auch unterwegs am Ball. Darüber brauchen wir nicht viel diskutieren, daher denke für Deinen Online-Shop immer mobil, um Deinen Erfolg zu maximieren. Nur im Fall von reinen B2B-Shops kann der Fokus der Nutzung auf dem Desktop liegen, weil meist über entsprechende Firmenhardware die Bestellungen getätigt werden. Doch auch dies befindet sich im Wandel, so dass eine Mobile First Strategie durchaus zu empfehlen ist.

Wenn Du ein neues Projekt startest und ein Proof of Concept, ein Prototyp oder ein Minimum Viable Product (MVP) entwickeln möchtest, solltest Du immer auf Mobile First setzen. Spätestens bei der Migration Deines alten monolithischen Online-Shops bei einem vollständigen Replatforming hin zu einer modernen MACH-Architektur mit commercetools als E-Commerce-Infrastruktur, Contentful als Content-Management-Lösung, Algolia als KI-gestützte Such- und Personalisierungstool sowie Talon.One als Loyalty- und Promotion-Engine - Deine Nutzerinnen und Nutzer haben das Smartphone in der Hand und kaufen immer häufiger darüber ein. Die Suche muss perfekt am Smartphone laufen, denn kaum jemand setzt sich dafür extra noch an den Laptop, um nach einem massiven Bruch der Customer Journey wieder bei dir weiter einzukaufen.

Tipp 12: Das Ende ist nur der Anfang: Nutze Daten zur kontinuierlichen Verbesserung

Das Ende der Suche ist in Wahrheit nur der Anfang eines fortlaufenden Prozesses der Optimierung und Anpassung. Die Daten und Erkenntnisse, die Du aus Suchprozessen, Analysen und Algorithmen gewinnst, sind wahres Gold wert.  

Sie bieten Dir eine Fülle von Informationen, um verschiedene Aspekte Deines Online-Shops kontinuierlich zu verbessern. Hier sind einige Möglichkeiten, wie du diese Daten nutzen kannst:

  • Auswertung von SEA-Kampagnen und SEO: Verwende die Suchdaten, um die Effektivität Deiner Suchmaschinenwerbung (SEA) und Suchmaschinenoptimierung (SEO) zu bewerten. Analysiere, welche Keywords und Phrasen die meisten Menschen zu Deinem Online-Angebot anziehen und optimiere Deine Kampagnen entsprechend.
  • Optimierung der Onsite-Suche: Die Daten deiner internen Suche sind ein direktes Feedback darüber, was Deine Kundinnen und Kunden suchen und erwarten. Nutze diese Erkenntnisse, um die Relevanz der Suchergebnisse zu verbessern und das Sucherlebnis insgesamt zu optimieren.
  • Wettbewerbsanalysen und Expertenbewertungen: Vergleiche Deine Suchfunktion mit der Deiner Konkurrenten. Analysiere ihre Navigation, Sprache, Facettierung und die Stärken und Schwächen ihrer Suchfunktionen. Lerne aus ihren Erfolgen und Fehlern und wende diese Erkenntnisse in Deinem eigenen E-Commerce-Projekt an.
  • AB- und multivariates Testing: Experimentiere mit verschiedenen Versionen Deiner Suchfunktion, um herauszufinden, welche am besten funktioniert. Durch AB-Tests und multivariate Tests kannst Du kleine Änderungen vornehmen und deren Auswirkungen auf das Nutzerverhalten beobachten. Bitte ändere immer nur einen einzigen Teil pro Test, sonst sind diese Ergebnisse schnell ungenau.
  • Analyse des Conversion-Funnels und Nutzerverhaltens: Verfolge, wie Besucherinnen und Besucher durch Deinen Shop navigieren. Wo verlierst Du sie? An welchen Stellen springen sie ab? Und wo konvertieren sie? Nutze diese Daten, um den Conversion-Funnel zu optimieren und das Nutzererlebnis zu verbessern.
  • Einsatz von Heatmaps und Usability-Tests: Heatmaps zeigen, wo Nutzerinnen und Nutzer auf Deiner Seite klicken, während Usability-Tests tiefe Einblicke in die Nutzererfahrung bieten. Diese Tools können Dir helfen, die Benutzerfreundlichkeit Deiner Website und von Deinem Online-Shop zu verstehen und zu verbessern.

Indem Du das Ende der Suche als den Anfang eines fortwährenden Verbesserungsprozesses betrachtest, kannst Du Dein Online-Geschäft stetig weiterentwickeln. Das alles ist Teil der Optimierung der User Experience. Die Auswertung und Anwendung der gewonnenen Daten ermöglichen es Dir, ein immer besseres Einkaufserlebnis für Deine Kundinnen und Kunden zu schaffen und gleichzeitig deine Konversionsraten und Umsätze zu steigern.

Fazit: Verstehe die Suche als Herzstück des E-Commerce-Erlebnisses

Eine optimierte Suche ist der Schlüssel zu Deinem erfolgreichen Online-Shop. Sie ermöglicht es Dir, Deinen Kundinnen und Kunden das bestmögliche Einkaufserlebnis zu bieten und die Kundenbindung zu stärken. Die Suche bietet während der Eingabe passende Vorschläge und ermöglicht eine schnelle und komfortable Produktsuche. Das Zusammenspiel von Eingabekomfort, Informationsgehalt und Visualität ist entscheidend, um aus Website-Besuchern glückliche Kunden zu machen.

Eine perfekte Suchfunktion vereint alle genannten Features und ist optimal in der Website integriert. Mit kernpunkt als Partner an Deiner Seite kannst Du eine Suchfunktion konzipieren und entwickeln, die diese Aspekte meisterhaft vereint und Dein Geschäft von der Konkurrenz abhebt. Schließlich ist die Suche Dein persönlicher Verkäufer in allen Lebenslagen.

Unser UX-Team bei kernpunkt ist wiederum Dein persönlicher Ansprechpartner, damit Du die User Experience auf Deinem Online-Shop optimieren kannst und mit mehr Umsatz fokussiert wachsen kannst. Sprich uns direkt an - suchst Du noch oder hast Du das Team von kernpunkt schon gefunden?

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Matthias Steinforth

Managing Partner

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