E-Commerce als API: Produktdaten für Shop, App, Uhr und Kühlschrank?

30. Oktober 2015
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Relevante Produktinformationen waren schon immer der entscheidende Wettbewerbsvorteil in Marketing und Vertrieb: Nur wer seine Kunden umfassend über seine Produkte informieren konnte, war in der Lage, diese auch zu begeistern und zu überzeugen. Heute stehen Marketingverantwortliche vor der Herausforderung, immer mehr Inhalte für verschiedene Systeme bereitzustellen. Nicht mehr nur in gedruckter Form oder im Web: Sondern überall, auf allen Endgeräte und in Echtzeit.

PIM und MAM als Grundlage für die digitale Transformation

Blickt man zurück auf die Herausforderungen im Marketing, dann wird deutlich, dass die Produktion von gedruckten Medien, zum Beispiel Produktkatalogen, durch PIM- und MAM-Systeme in Punkto Qualität und Effizienz deutlich verbessert wurden. Entsprechende Systeme waren darauf ausgerichtet, Daten zentral zu verwalten und auf Abruf in strukturierter Form zu exportieren. Diese Exporte erfolgten auf Basis von CSV-Dateien oder XML-Formaten und wurden anschließend von entsprechenden Publishing-Systemen weiterverarbeitet.

E-Commerce und digitales Marketing verlangen neue Schnittstellen

Seit mehreren Jahren werden digitale Kanäle wie Website, Shop, Mobile oder E-Mail im Marketing und digitalen Handel immer wichtiger. Und auch PIM und MAM müssen Daten für Content Management-Systeme, E-Commerce oder Newsletter, für Social Media-Kanäle und Marktplätze bereitstellen. Die Frequenz im Datenaustausch erhöht sich. Eine Bereitstellung der Daten im simplen CSV-Format ist deshalb selten ausreichend. Stattdessen werden neue, automatisierte Schnittstellen nötig.

Content wird zum Service – E-Commerce zur API

Durch die technischen Entwicklungen und Konzepte im E-Commerce sowie im digitalen Marketing entstehen immer anspruchsvollere und vorallem offene Systeme: Content muss für unterschiedliche Endgeräte und Plattformen bereitgestellt sowie im Kontext des Nutzers ausgeliefert werden. Der E-Commerce benötigt Produktdaten, Informationen zur Verfügbarkeit oder Bilder und Medien sogar in Echtzeit. Und dies nicht mehr nur im Online-Shop, sondern auch auf elektronischen Marktplätzen, in Apps, am POS und morgen vielleicht schon auf dem Touchscreen am Kühlschrank.

 Auch geschlossene Systeme wie Facebook, Pinterest oder Twitter entwickeln sich zum Point of Sale

Auch geschlossene Systeme wie Facebook, Pinterest oder Twitter entwickeln sich zum Point of Sale: Durch die Bereitstellung von Buy-Buttons oder die Möglichkeiten, Produkte über die jeweiligen Systeme zu vermarkten, wird der klassische Check-Out-Prozess überflüssig. Verfügen die jeweiligen Systeme dann noch über die relevanten Benutzerdaten – von Name und Anschrift bis hin zu Kreditkartendaten – kann der gesamte Kaufprozess auf die entsprechende Plattform verlagert werden.

Klassische Integrationskonzepte erfüllen diese Anforderungen nicht: Daten können heute nicht mehr durch einen nächtlichen Export bereitgestellt werden. Sie müssen über Schnittstellen jederzeit und für eine Vielzahl von Drittsystem verfügbar sein. „Content as a Service“ macht auch Marketing- und Produktinformationen zum Service. Und moderne E-Commerce-Plattformen denken nicht mehr in Multi- oder Omnichannel-Kategorien: Per API lassen sich E-Commerce-Funktionen in jedes denkbare System, auf jedem denkbaren Kanal einbinden. E-Commerce wird zur API.

Shop-Systeme werden durch E-Commerce Frameworks ersetzt

Mittlerweile entstehen immer mehr neue E-Commerce-Plattformen, die den digitalen Handel abseits des klassischen Shop-Systems ermöglichen. Systeme wie commercetools, Spryker oder Wombat sind derzeit noch die Exoten unter den Shop- Systemen, bieten aber als technische Plattformen sehr hohe Flexibilität bei der Umsetzung neuer E-Commerce-Konzepte. All diese Systeme verstehen Produktdaten nicht mehr als statischen Import und sind mit ihrer Systemarchitektur an beliebige Datenquellen anzubinden.

Alle Daten in Echtzeit und Hochverfügbar

Um diese konzeptionellen und technischen Herausforderungen zu lösen, müssen entsprechende Plattformen auf eine Vielzahl von Zugriffen ausgerichtet sein. Und sie müssen Schnittstellen bieten, die nicht mehr nur zur Bereitstellung von Daten dienen, sondern einen direkten Zugriff auf diese erlauben.

Tabelle

CONTENTSERV greift diesen Ansatz seiner Export-Datenbank geschickt auf. Dadurch wird – unabhängig vom jeweiligen PIM-System – ein dezentraler, hochverfügbarer und performanter Zugriff auf die Produktdaten gewährt. Betrachtet man beispielsweise die Plattformarchitektur von Amazon oder die offenen Konzepte der Otto-Tochter About You, so wird klar: Im Online-Marketing und E-Commerce von Morgen, werden Daten – hochverfügbar und stets aktuell – zum Treibstoff für die digitale Transformation. Hierfür reicht ein CSV-Export nicht mehr aus.

Warum ein Hund den Handel verändert: Vortrag von Matthias Steinforth

Der Autor: Matthias Steinforth

Matthias Steinforth ist Geschäftsführer und Mitgründer von kernpunkt.

Er beschäftigt sich seit über 15 Jahren mit den Trends und Herausforderungen im digitalen Marketing und betreute bereits zahlreiche mittelständische Unternehmen bei der Umsetzung ihrer Online-Strategien.

Zentrale Produktdatenverwaltung mit CONTENTSERV