Wann macht der Wechsel auf Contentful Premium Sinn?

Dein Proof of Concept war ein voller Erfolg. Der Prototyp und die Microsite sind gelauncht, Dein Team hat die ersten Meter mit Contentful gemeistert - jetzt wollt ihr mehr. Dann solltest Du auf die Premium-Lizenz von Contentful setzen!

11
September
 
2023
Daniel Kynast

Oft sind es ja kleine Projekte, die einem den Weg vom alten Monolithen hin zu einer modernen cloudbasierten, Headless- und API-First Lösung ebnen. Um die Kosten und das Risiko eines solchen Abenteuers gering zu halten, entscheidet man sich zunächst für einen der beiden Pläne "Free" oder "Basic".

Ist diese technologische Entscheidung getroffen, Contentful als neues Zielsystem für einen kompletten Relaunch zu nutzen oder mit dem E-Commerce-Projekt in weitere Märkte auszurollen, sind aber die Kapazitätsgrenzen in den genannten Plänen schnell erreicht. Auch in organisatorischer und rechtlicher Hinsicht kann es vielleicht die ein oder andere zusätzliche Herausforderung geben. Welche zusätzlichen Features hilfreich reichen können, welche Grenzen es zu beachten gilt und was diese bedeuten, wollen wir in diesem Beitrag beleuchten.

10 Features, mit denen Contentful Premium Deine Arbeit erleichtert

Spaces

Jeder Organisation kann in Contentful eine bestimmte Anzahl an Spaces zugeordnet werden. Ein Space ist in Contentful eine übergeordnete Einheit, in der vereinfacht gesagt Rollen und Rechte, Inhalte und Content Types, Sprachen, Medien und vieles mehr abgelegt sind. Einer Organisation können daher auch mehrere Spaces zugeordnet werden, wenn dies in einem Projekt notwendig ist. Dies kann der Fall sein, wenn es verschiedene Websites, Microsites oder Shops geben soll. Auch die Auftritte in unterschiedlichen Märkten und Ländern können in getrennten Spaces abgelegt sein.

Im Basic-Plan ist nur ein Space enthalten, der sich gegen entsprechende Zusatzkosten erweitern lässt. Im Premium-Plan sind bereits zwei Spaces im Basisumfang enthalten. Mit einem Lizenz-Upgrade erhältst Du allerdings Zugriff auf eine erweiterte Art und Weise, wie Spaces miteinander interagieren können, die sogenannte "Content Orchestration". Dabei handelt es sich um eine Kombination aus drei Features.

  1. Über Referenzen kannst Du aus Space A auf Inhalte aus Space B zugreifen.
  2. Du kannst zentrale "Content Model Templates" erstellen, die zentral konfiguriert und bei Bedarf geändert werden. Diese Templates können selektiv auf die gewünschten Spaces ausgerollt und dort als Content Models verwendet werden.
  3. Apps können von Dir zentral installiert, verwaltet und auf die gewünschten Spaces verteilt werden, um einheitliche Nutzung und Prozessen zu gewährleisten.

Rollen und Customizable Role Types

In den beiden Einstiegslizenzen sind die vier vordefinierten Rollen "Admin", "Editor", "Author" und "Translator" enthalten, die ein festes, nicht veränderbares Set an Berechtigungen mitbringen. Mit dem Feature "Custom Roles and Permissions", das in der Premium-Version verfügbar ist, kannst Du beliebig viele zusätzliche Rollen anlegen, die in puncto Berechtigungen sehr individuell ausgestaltet sein können. So kannst Du zum Bespiel festlegen, welche Aktion eine Rolle an einem bestimmten Inhalt oder Content Type, an einem darin enthaltenen Feld oder in einer bestimmten Sprache vornehmen kann oder eben ausdrücklich nicht:

  • Jemand darf nur seine eigenen Inhalte löschen, aber nicht die Inhalte anderer.
  • Nur ein Inhalt des Typs "Pressemeldung" darf in der Sprache "Englisch" erstellt und bearbeitet, aber nicht veröffentlicht oder gelöscht werden.
  • Nur die Rolle "Leitstelle" darf einen Inhalt mit dem Namen "Alert-Box Startseite" bearbeiten und veröffentlichen oder unveröffentlichen, ihn aber nicht löschen oder erstellen.
  • Eine Rolle darf alles veröffentlichen oder unveröffentlichen.
  • Niemand darf etwas löschen.

Einem User können beliebig viele Rollen zugewiesen werden, die Berechtigungen addieren sich dabei. Sollte es widersprüchliche Einstellungen geben, dass Rolle A etwas erlaubt, das Rolle B aber untersagt ist, während der User beide Rollen besitzt, so gewinnt immer die Verbotsregel. Berechtigungen kannst Du nicht nur auf Entries, Content Types und Sprachen setzen, sondern auch auf Medien. Auch bestimmte administrative Aufgaben für die Konfiguration des Space oder der darin enthaltenen Environments kannst Du einschränken.

Sprachen

Locales werden verwendet, um Felder so zu konfigurieren, dass sie in unterschiedlichen Sprachen mit Inhalt befüllt werden können. Du kannst steuern, welche Sprache beispielsweise als Fallback genutzt wird, wenn das Feld nicht in der vom User gewählten Sprache befüllt ist. In der kostenlosen Lizenz ist die Anzahl auf zwei Sprachen und im Plan "Basic" auf vier beschränkt. Erst mit Contentful Premium kannst Du beliebig viele Locales hinzubuchen.

Die Menge der API-Calls

Aufrufe an die Contentful-Schnittstellen, die sogenannten APIs, werden immer dann ausgelöst, wenn Inhalte und Medien aus Contentful gelesen werden, um eine Webseite zusammenzustellen - sei es in einer Vorschau oder auf der Produktivumgebung. Auch der schreibende Zugriff auf die Inhalte und Strukturen Deiner Spaces in Contentful ist per API möglich. Dein Kontingent an API-Requests ist monatlich begrenzt. Im Free Plan sind 3 Millionen Aufrufe enthalten, im Basic Plan 4. Millionen. Erst ab dem Premium Plan sind beliebig viele API-Anfragen enthalten.

Durch die Wahl der Integration und Möglichkeiten wie "Caching" oder "Static Site Generation" kannst Du die Anzahl der API-Requests deutlich reduzieren. Gerade bei filter- und sortierbaren Listen stoßen diese Techniken jedoch an ihre Grenzen, so dass die Anzahl an API-Calls stark steigen und dies Zusatzkosten verursachen kann. Premium bietet Dir eine gewisse Sorglosigkeit, die man sich bei einemsolchen Thema wünscht, da keine Restriktionen mehr vorhanden sind. Lediglich technische Limitierungen finden Anwendung, die hier nachgelesen werden können.

Transfervolumen Assets

Genau wie die API-Zugriffe, sind auch die Datenmenge begrenzt, die in Form von Assets übertragen wird. In der freien Lizenz können 850 GB pro Monat übertragen werden, in der Basic Variante sind es 1.500 GB Transfervolumen. Mit der Premium Lizenz beträgt das Volumen 10 TB – in Abhängigkeit davon, wie viele Spaces Du zusätzlich lizensiert hast und ob man Du Dich für die Option Premium Plus entschieden hast.

Anzahl an Nutzern

Abhängig von der Größe Deiner Organisation und der Anzahl der Kolleginnen und Kollegen, die dauerhaft an Deinem E-Commerce-Projekt mitwirken, kannst Du ebenfalls eine Indikation für ein Lizenzmodell ablesen. Dazu zählen z.B. Administratoren, die die Spaces und Environments verwalten, Redaktion, Lektorat, Übersetzung, die an der Weiterentwicklung beteiligte Entwicklung, usw. Wenn Du mehr als 20 User über alle Deine Spaces hinweg anlegen möchtest, benötigst Du eine Premium Lizenz.

Support und SLA

Ein Service Level Agreement (SLA) ist eine rechtsverbindliche Vereinbarung, in der die Details der Zusammenarbeit festgelegt sind. Dazu zählen garantierte Reaktionszeiten des Anbieters, die Art der Kommunikation (häufig über ein Ticketsystem), proaktives oder automatisiertes Monitoring etc.

Nur als Premium-Kunde kannst Du einen solchen SLA mit Contentful abschließen und erhältst damit priorisierten und verbindlichen Support.

Zugang zu Customer Success and Professional Services

Im Rahmen einer Premium-Lizenz kannst Du den Contentful Professional Service in Anspruch nehmen. Dieser berät und unterstützt beim Onboarding, bei der Projektierung und Projektplanung, bei der Systemarchitektur, bietet Trainings an, gibt individuelle Einblicke in Best Practices und leistet weiteren Support, damit Dein E-Commerce-Projekt erfolgreich wird.

Mit einem Sparringspartner, der Dich als Dienstleister bei Deinem E-Commerce-Projekt mit Contentful gezielt unterstützt, kannst Du aus den Vollen schöpfen und profitierst dadurch, dass Dein Dienstleister sich vollständig auf Contentful spezialisiert hat und einen großen Teil der Herausforderungen, die meist über Supportanfragen gelöst werden, abnehmen kann.

Governance Features

Durch dedizierte Prozess- und Rechtemodellierung kannst Du genau steuern, welcher User aus welchem Land zu welchem Zeitpunkt an welchem Teil des Gesamtsystems überhaupt Veränderungen vornehmen dürfen. Dies realisierst Du mit einer Kombination von bereits beschriebenen Features wie Multi-Space und Multi-Environment-Architektur und Orchestrierung - in Kombination mit Rechten und Rollen, aber auch mit Funktionen wie Tagging bzw. tag-basierter Rechtevergabe und der nur für Premium-Lizenzen nutzbaren Workflows App. Durch dieses Zusammenspiel kannst Du einen überzeugenden Grad an Content Governance und Qualität erreichen, wie diese Beispiele verdeutlichen:

  1. Developer haben nur Zugriff auf Environments, die nicht in Produktion sind, um dort gezielt Tests und Weiterentwicklungen vornehmen zu können.
  2. Texte werde nie veröffentlicht, bevor sie nicht lektoriert und durch die Rechtsabteilung freigegeben wurden.

Damit reduzierst Du den Faktor Mensch aus der Gleichung und ersparst Dir digitale "Ups"-Momente.

Weitere Compliance and Security Features

Auch wenn es sich hierbei um eher exotischere Anforderungen handelt, sollen sie dennoch erwähnt sein. Im Premium-Plan gibt es die Möglichkeit, auf eine Multi-Region Delivery Infrastructure (MRDI) zuzugreifen. Normalerweise werden die Inhalte immer aus einer AWS Primär Region ausgeliefert. Es gibt aber mitunter rechtliche Anforderungen, die eine höhere Ausfallsicherheit erfordern.

Sollte diese Primärregion beispielsweise in Folge einer Naturkatastrophe nicht zur Verfügung stehen, so existiert mit MRDI immer eine sekundäre Fallback-Region, welche die Inhalte ausliefert. Gerade europäische Unternehmen haben außerdem hohe Datenschutzanforderungen, die über eine GDPR-Compliance hinausgehen. Mit dem Premium-Baustein "EU Data Residency" kannst Du dafür sorgen, dass alle Inhalte nur auf Cloud-Servern innerhalb der EU gespeichert werden.

Dein Partner für Contentful Premium

Die Vorteile und Möglichkeiten von Contentful Premium sind beeindruckend und können den Unterschied zwischen einem durchschnittlichen und einem herausragenden digitalen Erlebnis ausmachen. Wenn Du Dich fragst, wie Du diese Funktionen am besten in Ihrem Unternehmen implementieren kannst, helfen wir Dir gerne weiter.

Unsere Agentur verfügt über umfangreiche Erfahrung in der Arbeit mit Contentful und kann Sie durch jeden Schritt des Prozesses führen. Von der ersten Beratung bis zur Implementierung und darüber hinaus stehen wir Ihnen zur Seite, um sicherzustellen, dass Sie das Beste aus Ihrer Investition herausholen. Kontaktiere uns noch heute, damit wir gemeinsam herausfinden können, wie wir Deine Ideen in einem konkreten E-Commerce-Projekt verwirklichen können.

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Matthias Steinforth, Mitgründer und Managing Partner der Digitalagentur kernpunkt.

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