Customer Data Platform: Warum Skalierung an Kundendaten scheitert

Customer Data Platform: Der Schlüssel zur Skalierung im E-Commerce

CDP statt Chaos: Wenn Personalisierung, KI und Skalierung ins Stocken geraten, liegt es selten an der Technik, sondern fast immer an den Kundendaten.

Tuesday
03
February
 
2026

Moderne Architektur, begrenzte Wirkung

In den vergangenen Jahren haben viele Unternehmen massiv in ihre Digital-Commerce-Architektur investiert. Moderne Commerce-Plattformen, Headless CMS, leistungsfähige Suchlösungen, Marketing-Automatisierung und erste KI-Anwendungen gehören längst zum Standard. Technologisch sind diese Setups häufig State of the Art.

Und trotzdem zeigt sich in der Praxis immer wieder dasselbe Bild: Personalisierung wirkt inkonsistent, Kampagnen skalieren schlechter als erwartet, KI liefert wenig belastbare Ergebnisse und Entscheidungen basieren auf widersprüchlichen Daten. Oft wird darauf reagiert, indem weitere Tools eingeführt oder bestehende Systeme optimiert werden.

Das eigentliche Problem liegt jedoch meist nicht in der Systemarchitektur selbst, sondern in dem fehlenden verbindenden Element, einer gemeinsamen, aktivierbaren Datenbasis für Kundendaten. Ohne die Basis einer Customer Data Platform (CDP) bleibt selbst der beste Best-of-Breed-Stack unvollständig.

Vier Denkfehler, die Digital Commerce ausbremsen

Du hast noch keine CDP für Deine Kundendaten am Start? Dann brechen wir einmal die Problemsituation runter: In vielen Digital-Commerce-Projekten begegnen uns einige Denkfehler, sobald es um Kundendaten geht. Sie entstehen nicht aus mangelndem Know-how, sondern meist aus historisch gewachsenen Strukturen und isolierten Systementscheidungen – ganz unabhängig von Branche, Größe oder technologischem Reifegrad. Unternehmen, die die folgenden Denkfehler vermeiden, sorgen langfristig für Wachstum.

Denkfehler 1: Personalisierung funktioniert kanalweise

Personalisierung wird in vielen Organisationen noch immer isoliert gedacht. Der Shop personalisiert auf Basis von Klickverhalten, das E-Mail-Marketing arbeitet mit eigenen Segmenten, Paid Media nutzt separate Zielgruppen und der Service sieht wieder ein anderes Bild der Kundschaft. Technisch funktionieren diese Maßnahmen, aber strategisch greifen sie zu kurz.

Ohne eine konsolidierte Sicht auf Nutzerverhalten, Historie und Kontext entsteht keine durchgängige Customer Journey. Kundinnen und Kunden erleben widersprüchliche Botschaften, wiederholte Ansprache oder irrelevante Angebote. Personalisierung bleibt lokal wirksam, aber nicht skalierbar. Der Fehler liegt nicht im Frontend oder im Content, sondern in der fehlenden Zusammenführung der zugrunde liegenden Daten.

Denkfehler 2: KI kompensiert schlechte Daten

Künstliche Intelligenz gilt als nächster Evolutionsschritt im E-Commerce. Top-Notch Prozesse durch Empfehlungen, Prognosen und automatisierte Entscheidungen. KI soll Komplexität reduzieren und Wachstum beschleunigen. Wenn dies falsch konzipiert wird, verstärkt KI in der Praxis häufig eher bestehende Probleme, statt sie zu lösen.

Also muss man an die Datenbasis ran. Denn Modelle sind nur so gut wie die Daten, auf denen sie basieren. Wenn Kundendaten fragmentiert, veraltet oder inkonsistent sind, liefern auch KI-gestützte Systeme keine verlässlichen Ergebnisse. Statt echter Erkenntnisse entstehen unklare Prognosen und schwer nachvollziehbare Entscheidungen. KI wird dann anstatt zu einem Wachstumshebel lediglich zu einem Buzzword. Der eigentliche Engpass ist nicht fehlende Intelligenz, sondern fehlende Datenstruktur.

Denkfehler 3: Composable Commerce ist automatisch ein System

Composable Commerce und Best-of-Breed-Architekturen sind aus gutem Grund auf dem Vormarsch. Sie bieten Flexibilität, Austauschbarkeit und technologische Freiheit. Viele Unternehmen setzen erfolgreich leistungsstarke Einzelkomponenten für Commerce, Content, Search, CRM und Marketing ein.

Was dabei häufig unterschätzt wird: Modularität allein macht noch kein System. Wenn jede Komponente mit eigenen Datenmodellen, Identitäten und Logiken arbeitet, entsteht kein orchestriertes Gesamtbild. Es fehlt ein zentraler Layer, der Kundenidentitäten zusammenführt, Signale verteilt und Interaktionen koordiniert. Composable Commerce ist der richtige Ansatz, aber ohne verbindenden Datenlayer bleibt er unvollständig.

Denkfehler 4: Skalierung entsteht durch mehr Tools

Mit wachsendem Geschäft steigen Komplexität und Abstimmungsaufwand. Mehr Kanäle, mehr Märkte, mehr Teams und mehr Systeme führen ohne gemeinsame Datenbasis zwangsläufig zu Reibungsverlusten. Unterschiedliche KPIs, widersprüchliche Reports und lokale Wahrheiten erschweren Entscheidungen und bremsen Geschwindigkeit.

Skalierung bedeutet also nicht mehr Tools zu betreiben, sondern Struktur zu schaffen. Ohne eine zentrale Instanz für Kundendaten wächst die operative Last schneller als der Nutzen. Wachstum erhöht dann die Komplexität, aber nicht die Klarheit.

Die richtige Analyse von Kundendaten zählt zu den Königsdisziplinen im E-Commerce.
Die richtige Analyse von Kundendaten zählt zu den Königsdisziplinen im E-Commerce.

Die gemeinsame Ursache: fehlende Struktur für Kundendaten

Wie heißt es so schön? Back to the roots. Alle vier Denkfehler haben dieselbe Ursache. Es fehlt eine zentrale, systemübergreifende Instanz, die Kundendaten konsistent erfasst, zusammenführt und aktivierbar macht. Ohne diese Struktur bleiben Personalisierung, KI, Composable Commerce und Skalierung isolierte Initiativen mit begrenzter Wirkung.

Eine Customer Data Platform schließt genau diese Lücke. Und zwar nicht als weiteres Marketing-Tool, sondern als sinnvolle Dateninfrastruktur. Sie schafft einheitliche Profile, löst Identitäten über Kanäle hinweg auf und stellt Kundendaten dort bereit, wo sie benötigt werden. Damit wird aus Technologievielfalt ein orchestriertes System.

Customer Data Platform als Datenlayer im Best-of-Breed-Stack

Richtig eingesetzt ergänzt eine CDP bestehende Architekturen, statt sie zu ersetzen. Das hört sich extrem nach Buzzword Bingo an, aber es beschreibt einen in der Praxis sehr konkreten Effekt: Tatsächlich verbindet eine CDP sowohl Commerce-Plattform, CMS, Search als auch CRM, Marketing-Tools und Data Warehouse zu einer gemeinsamen Datenbasis. Marketing, Vertrieb und Kundenservice arbeiten endlich mit derselben Sicht auf Kundinnen und Kunden und die KI kann mit dieser Single Source of Truth genau das leisten, wozu sie vorgesehen ist.

In einer Best-of-Breed-Architektur übernimmt die CDP die Rolle des verbindenden Datenlayers. Sie sorgt für Konsistenz, Aktivierung und Governance. Damit schafft sie die Voraussetzung für Personalisierung, Automatisierung und den sinnvollen Einsatz von KI.

In solchen Systemarchitekturen setzen wir auf Twilio Segment als zentralen, eventbasierten Datenlayer. Die Plattform unterstützt die konsistente Erfassung, Zusammenführung und Weitergabe von Kundendaten über alle angebundenen Systeme hinweg.

Customer Data Platform: Vom Datensilo zum einheitlichen Kundenprofil
Customer Data Platform: Vom Datensilo zum einheitlichen Kundenprofil

Struktur entscheidet über Skalierbarkeit

Der Einsatz einer CDP ist kein Selbstzweck. Erst durch saubere Datenmodelle, klare Governance, ein durchdachtes Event-Tracking und die konsequente Aktivierung der Daten in den relevanten Systemen entsteht eine nachhaltige Wirkung. Unternehmen, die diesen Schritt gehen, schaffen Struktur in einer zunehmend komplexen Commerce-Landschaft. Durch Klarheit in den Daten legen sie die Grundlage für nachhaltiges Wachstum.

Digital Commerce wird nicht durch fehlende Technologie ausgebremst. Dafür sorgt die fehlende Datenstruktur. Customer Data Platforms sind deshalb kein Trend, sondern eine Voraussetzung für skalierbare, personalisierte und zukunftsfähige Commerce-Architekturen. Wer Best-of-Breed ernst meint, muss Kundendaten genauso ernst nehmen.

kernpunkt unterstützt Dein Unternehmen bei der konzeptionellen und technischen Integration von einer Customer Data Platform in bestehende Commerce-Architekturen. Dafür arbeiten wir mit Twilio Segment zusammen, deren Plattform sich besonders für den Aufbau eines zentralen, eventbasierten Datenlayers eignet und sich gut in bestehende Best-of-Breed- und Composable-Commerce-Architekturen einfügt. Im Fokus stehen saubere Datenmodelle, klare Verantwortlichkeiten und die systemübergreifende Nutzbarkeit von Kundendaten als Grundlage für Skalierung und Automatisierung.

Starte Dein Projekt mit uns:

Wir sind Deine Experten für E-Commerce-Projekte: Starte Deine Mission mit uns.

Matthias Steinforth

Managing Partner

+49 160 700 38 20matthias.steinforth@kernpunkt.de
Wir sind Deine Experten für E-Commerce-Projekte: Starte Deine Mission mit uns.

Mike Schnoor

Head of Marketing

+49 221 569 576 0mike.schnoor@kernpunkt.de
Wir sind Deine Experten für E-Commerce-Projekte: Starte Deine Mission mit uns.

Matthias Steinforth

Managing Partner

+49 160 700 38 20
Vielen Dank für Deine Nachricht.
Wir melden uns zeitnah bei Dir.
Leider ist ein Fehler aufgetreten. Sende uns Deine Nachricht gerne per E-Mail an anfrage@kernpunkt.de zu.