Shopsystemvergleich: Adobe Commerce Cloud

Du möchtest Dein E-Commerce-Projekt starten und suchst das passende Shopsystem? Dann solltest Du Dir die folgenden Fragen stellen: Welches Shopsystem ist das Richtige für Dich? Wo liegen die Vor- und Nachteile der verschiedenen Systeme, passen sie überhaupt zu Deinem Business und sind sie MACH-ready? In unserem Shopsystemvergleich findest Du die Antwort. Den Start machen wir mit der Adobe Commerce Cloud alias Magento. Dabei werfen wir nicht nur einen Blick auf die Bewertungen von Experten, sondern nutzen unseren kernpunkt Analyst Score zur Einordnung.

07
May
 
2024
Christina Föllmann

Update 08.05.2024: Aufgrund der neuen Bewertungen durch die neue Forrester Wave Q2 2024 wurde der kernpunkt Analyst Score aktualisiert.

Was ist die Adobe Commerce Cloud?

Bis zum Jahr 2018 war Adobe Commerce noch unter seinem alten Namen bekannt: Magento. Nach der Übernahme durch Adobe wurde aus der Magento Enterprise Edition dann Adobe Commerce (On-Premises) bzw. Adobe Commerce Cloud.

Die Adobe Commerce Cloud ist ein cloudbasiertes Shopsystem mit hoher Zuverlässigkeit und Leistung. Als Headless-System bietet es leistungsstarke APIs und Microservices, die eine reibungslose Integration mit anderen Systemen ermöglichen. Es ist für mittelständische bis große Unternehmen konzipiert, die ihre digitalen Handelsaktivitäten umfassend kontrollieren möchten.

Die zentralen Vorteile der Adobe Commerce Cloud im Überblick

Ein großer Vorteil des Adobe-Systems liegt in seinem Funktionsumfang. Die Plattform verfügt über robuste und skalierbare Funktionen, einschließlich integriertem Content Management System (CMS) und Page Builder-Funktionen. Sie unterstützt eine Vielzahl von E-Commerce-Formen, darunter B2B oder auch Marktplätze und Omnichannel.

Weil die Adobe Commerce Cloud zur Adobe Experience Cloud gehört, kannst Du Dein System mit weiteren Adobe Produkten wie Adobe Experience Manager, Adobe Analytics oder Adobe Target verbinden und so ein personalisiertes System zusammenstellen. Zusätzlich existieren bereits über 4000 weitere kostenlose Erweiterungen und mit Hilfe der Adobe KI Adobe Sensei kannst Du so einzigartige personalisierbare Erlebnisse für Deine Kundinnen und Kunden schaffen.

Du kannst mit Hilfe des benutzerfreundlichen Drag-and-drop-Editors Inhalte einfach erstellen und anpassen, auch ohne umfangreiche technische Kenntnisse. Das System bietet auch eine umfassende Warenwirtschaft, die Unternehmen dabei unterstützt, ihre Bestände effizient zu verwalten und einen reibungslosen Betrieb sicherzustellen sowie integrierte Marketing-Tools und Unterstützung für PWA und ein PWA-Studio.

Herausforderungen für wachstumsambitionierte Online-Shops

Allerdings hat die Adobe Commerce Cloud auch einige Schwächen: Aufgrund der hohen Leistungsanforderungen der Plattform können Deine Betriebskosten schnell in die Höhe steigen. Außerdem orientiert sich der Preis nach dem jährlichen Bruttoumsatz Deines Shops und kann so Deine Finanzplanung erschweren und zu deutlich höheren Kosten führen. Zusätzlich fallen Kosten für die laufende Verwaltung, Hosting und Wartung der Cloud an.

Die Einrichtung und Wartung des Shops in der Adobe Commerce Cloud gestaltet sich als aufwändig und komplex: Hierfür benötigst Du rudimentäre Kenntnisse in PHP und MySQL. Die Lernkurve wird zudem für Anfänger als sehr steil beschrieben. Und je nachdem wie komplex die Funktionen werden, desto besser wäre es, einen spezialisierten Partner mit der zu beauftragen.

Besonders ärgerlich: Es fehlt der Adobe Commerce Cloud an automatischen Funktionen und Versions-Updates – Du musst Dich also selbst um Sicherheitspatches und Funktionsupdates kümmern. Trotz eines neuen Upgrade-Kompatibilitäts-Tools beklagen viele Shopbetreiber weiterhin die Schwierigkeiten bei der Aktualisierung ihrer bestehenden Adobe-Commerce-Anwendungen. Dazu kommt, dass die Gesamtbewertung des Service und Supports von Adobe in Community-Bewertungen als unterdurchschnittlich eingestuft wird.

Da die Plattform sehr flexibel ist, ist Composable Commerce mit Adobe Commerce Cloud generell möglich. Doch von einem echten API-First-Ansatz kann nicht gesprochen werden. Immerhin hat sich die GraphQL-API-Abdeckung weiterentwickelt, wodurch Integrationen mit Drittanbieterdiensten ermöglicht wurden. Adobe Commerce ist damit zwar MACH-ready, aber erfüllt zum derzeitigen Stand noch nicht die Anforderungen der MACH Alliance.

Analysten-Einschätzung zu Adobe Commerce Cloud

Im 'Magic Quadrant for Digital Commerce 2023' von Gartner wird Adobe Commerce erneut als Leader aufgeführt. Die Analysten von Gartner betrachten Adobe Commerce als eine leistungsstarke Commerce-Lösung, die allerdings auch einige Mankos aufweist. Auch in der Forrester Wave aus dem Jahr 2022 wird die Adobe-Plattform als Strong Performer unter den B2B-Commerce-Lösungen eingeschätzt. Zu einer ähnlichen Platzierung kommt Adobe auch beim DC MarketScape: Worldwide Hybrid Headless Content Management Systems 2023 Vendor Assessment: Aufgrund der Fortschrittlichkeit des Systems gilt Adobe Commerce auch hier als Leader. In den OMR Reviews, an denen sich viele Shopbetreiber im DACH-Raum orientieren, wird die Adobe Commerce Cloud mit nur 3,1 von 5 möglichen Punkten bewertet.

Adobe Commerce Cloud kommt auf einen kernpunkt Analyst Score von 64,02 von 100 Punkten beim Shopsystemvergleich.

Unter Berücksichtigung aller Faktoren kommt das Shopsystem Adobe Commerce Cloud im kernpunkt Analyst Score auf insgesamt 64,02 von 100 Punkten. Damit belegt dieses Shopsystem den vierten Platz im Ranking.

Factsheet zu Adobe Commerce

  • Name, Gründung, Firmensitz: Ehemals Magento (gegründet 2008), seit Aufkauf von Adobe 2018 umbenannt zu Adobe Commerce, Firmensitz in San José, Kalifornien. Shantanu Narayen (CEO Adobe)
  • Serverstandort / DSGVO: EU (Dublin, Irland), JP (Tokio), Nordamerika (Virginia), DSGVO-bereit, SOC-2 und ISO 27001 (Cloud-Hosting, On Premises)
  • Partnerlandschaft: 401 weltweite Solution-Partner, 29 Amplifier-Partner und 110 Technologie-Partner wie Mirakl, PayPal oder Meta, große Community, Adobe Ecosystem Integration
  • Produktkonzept: (Open Source) SaaS
  • Produkttechnologie: PHP 8.2, MySQL 8.0, ElasticSearch 8, Open Search 2, Redis 7
  • Einsatzbereich: B2B, B2C, B2B2C
  • Technische Eigenschaften:
    • Headless-Commerce-Frameworks: Adobe bietet mehrere Ansätze für Headless: FEaaS mit Headless CMS zur Unterstützung von Headless Storefronts, eine native Progressive Web App (PWA) namens Venia Storefront und das PWA Studio SDK sowie mehrere Themes und PWA Storefronts von Drittanbietern, die auf dem Adobe Commerce Marketplace verfügbar sind. Es bietet eine React-basierte Single-Page-Anwendung (SPA) für den Checkout, Unterstützung für Accelerated Mobile Pages (AMP) über Erweiterungen auf dem Adobe Commerce Marketplace und Partner mit SPA-Ansätzen. Mehr als 500 Kunden haben Adobe Commerce „headless“ implementiert.
    • Synergie mit der Adobe-Produktsuite: Mit Adobe Sensei ermöglicht Adobe ein nahtloses und personalisiertes Kundenerlebnis über sein gesamtes Produktportfolio hinweg, wovon insbesondere Kunden profitieren, die Produkte mit Adobe Commerce einsetzen. Zu diesen Produkten gehören Adobe Experience Manager, Adobe Analytics, Adobe Target, Adobe Real-Time CDP und Amazon Marketplace.

Adobe Commerce Cloud oder commercetools? Für Dein E-Commerce-Projekt nur das Beste!

Der Hauptunterschied zwischen Adobe Commerce Cloud und commercetools besteht darin, wie schnell Dein Unternehmen einzigartige Kundenerlebnisse schaffen kann. Adobe Commerce Cloud bietet eine relativ starre Plattform und hat einige Nachteile in puncto Aktualisierungen und Kosten. Hingegen bietet commercetools eine flexible, erweiterbare und zusammensetzbare Architektur, sodass Du immer einen Schritt voraus sein wirst, um mit Deinem Unternehmen zu wachsen.

Wenn Du nach einer hochmodernen Lösung für Dein Unternehmen suchst, die Dir nach Skalierbarkeit, Flexibilität und Innovation ermöglicht, dann empfehlen wir commercetools. Als zertifizierter commercetools Premier Partner und MACH Systems Integrator kennen wir uns damit besonders gut aus. Du möchtest Dein E-Commerce-Projekt zukunftssicher machen? Dann melde Dich bei uns: Gemeinsam finden wir eine Lösung, die perfekt zu Deinem Unternehmen passt.

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Matthias Steinforth, Mitgründer und Managing Partner der Digitalagentur kernpunkt.

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